hippo attacks xkcd 05.06.2021

Bahnleittower Berlin + Unmündige müssen entcoucht werden? [Korrektur]


19.10.2016 Der mit der Abfahrtszeit 06Uhr05 angekündigte IC-Stahlwurm verweilt auf dem Hauptbahnhof Koblenz. Die Uhrzeit mit 06Uhr09 verheißt eine Verspätung ab dem Bereitstellungsbahnhof. Ach, da schreitet der Lokführer an Waggon 4 vorbei in Richtung Lokomotive. Es könnte was werden mit der Abfahrt. Wir fahren los. Und es bläst wieder dermaßen orkanartig aus den FensterStahlLamellenLüftungsSchlitzen die Frischluft in den Waggon rein, dass sich meine Haare kunstvoll nach hinten wegstellen. So wie bei Linus, wenn er sich erschreckt. Ich meine Linus aus der Comicreihe "The Peanuts", der immer die Decke mit sich rumschleppt. Genau den meine ich.  

Mit Standardgeschwindigkeit rollen wir die Strecke entlang. Keine Auffälligkeiten bis zum HBf in Düsseldorf, den wir mit ein paar Minütchen Verspätung erreichen.

Die Rückfahrt plane ich mit dem um 50 Minuten laut BahnApp verspäteten IC-Stahlwurm mit regulärer Abfahrt um 16Uhr27. Diese Verspätung passt wunderbar in meine Planung. Ich grummle nicht. Nein, tue ich nicht. Erstens weine ich dem durch mein verspätetes Wegkommen vom Arbeitsplatz versäumten Grusel RE 5 keine einzige Träne nach und zweitens muss ich dank des verspäteten IC-Stahlwurms von oben nicht auf den um 17Uhr49 aus Düsseldorf abrollenden IC warten.

Kurzum, es passt wunderbar. Abschrecken lasse ich mich nicht durch den Warntext in der BahnApp, dass die Mitnahme in diesem verspäteten IC-Stahlwurm nicht gewährleistet werden kann wegen des überhöhten Fleischpäcken-Reiseaufkommens. Erfahrungsgemäß leert sich so ein Stahlwurm in Düsseldorf ganz erheblich und wenn das nicht zutreffen sollte, besorgt Köln als Zentrum der kölschen Bierkunst zuverlässig die Sitzplatzleerung.

So geschieht es auch. Plätzle gefunden. Angenehme Reisetemperatur. Heute keine weiteren Vorkommnisse.

20.10.2016 Heute verbringe ich den Tag mit "IT-Gedöns". Der IC-Stahlwurm für die vorgesehene Abfahrtszeit 06Uhr05 brummt vor sich hin. In Waggon 4 hat zu früher Stunde schon irgendjemand die Bordtoilette benutzt und leider vergessen, beim Verlassen des Kabinchens das Toilettentürchen zu schließen. Schmurgel, Riech, Siffig, Brizzel. Aus der Ferne höre ich das leise Schluchzen des ReservierungsBordComputers. Ohjeh, hat wieder mal die ReservierungsDiskette nicht den Weg zum Computerchen gefunden. Ohjeh, das ist aber auch ein elendes Schicksal: Allzeit bereit und das bei Deutschlands größtem Transportdienstleister UND ausgerechnet der eigene Arbeitgeber mobbt einen derart fies UND gibt einem nix zu arbeiten. Ausgerechnet Deutschlands größter Transportdienstleister im Mobbing unterwegs?

Nein, das ist nicht vorstellbar. Kürzlich las ich in der recht unentschieden auftretenden Wochenpostille "Die Zeit" einen längeren Artikel über genau diesen Arbeitgeber. Sollte die Berichterstattung der Postille "Die Zeit" inhaltlich einer genaueren Überprüfung standhalten, gäbe es eine schlüssige Erklärung für das unterschiedliche Gehopse der Fahrkartenkontrolleure in den Waggons der Deutschen Bahn. Das Kontrollieren auf gültige Fahrausweise soll an ein BonusSystem gekoppelt sein. Ganz nach modernsten ManagementMethoden gilt der tägliche Job als Fahrkartenkontrolleur nicht dem alleinigen Erwischen der "Schwarzfahrer", sondern wird mit einem Bonus für die dann vom Fleischpäcken nachgelöste Fahrkarte am Monatsende vergütet. Fahrscheinverkauf im rollenden Stahlwurm nennen die 3400 Manager im Berliner BahnleitTower das in ihrer unvergleichlich angepassten Sprache.

Wenn Qualitätsmanagement mit Human Resources in einem Konferenzraum den Vormittag über eingesperrt werden [ Eva, hast Du den Konferenzraumschlüssel irgendwo gesehen, wieso klemmen eigentlich die Notausgangssicherheitsknöpfe hier? ], kommt Derartiges dabei raus.

Wie auch sonst könnte der Fahrkartenkontrolleur auch Fahrscheine verkaufen? Schließlich hüpfen im Stahlcontainer keine flanierenden möglichen Kunden herum und begaffen die nicht vorhandene Schaufensterauslage. Ein Stahlcontainer ist mitnichten ein FlanierEinkaufsZentrum, kein Highlight zum Zeitvertreib. Ganz gewiss nicht. Stahlcontainer werden von auf diese Transportdienstleistung dringlich angewiesenen Fleischpäckchen beklettert, die von A nach D oder G nach H auf möglichst umweltverträgliche Art und Weise geschoben werden wollen. Zur Gruppe der ökologisch ausgerichteten Fleischpäckchen gesellt sich täglich noch das Heer der Pendler. Bei den Pendlern gibt es dann die unterschiedlichsten Gründe für das StahlContainerBenutzen.

Die ökologisch orientierten Fleischpäckchen haben derzeit keine Wahl, denn die auf den Straßen marodierenden Flix-Flex-Hin+Weg-Schieb-mit-WLAN-Busse können dem Themenblock "ökologische Vernunft im täglichen Handeln" mitnichten zugerechnet werden.

Ordinäre Luftverpester als Konkurrenz über den Preis, jedoch nicht die Reisezeit. Unten links im ReisePreisRegal. Ursache: Ein seit Jahren ( ich bin mutig: seit Jahrzehnten) delirierendes DeutscheBahnManagement mit so einem tollen Scheuklappen-Hilfe-Mach-Mich-Nicht-Unruhig-Störe-Mein-Eierschaukeln-Nicht-Spitzenpersonal. Spitzenpersonal aus genau jener Talentschmiede, welche schon das Spitzenpersonal für Microsoft generiert hat? Wo dann das Spitzenpersonal den Weltkonzern Microsoft beim Thema Internet mächtig ins Schlingern brachte. Wenn der Kahn erst schlingert, hilft auch ein/kein Qualitätsmanagement nicht wirklich weiter.

Es ist ein Höhenproblem.

In den lichten Höhen auch des BahnLeitTowers in Berlin gehen die GedankenGebäudeInnenBeleuchtungen mangels Sauerstofffülle recht häufig in den Dämmer-/Dunkel- Zustand über. Immer wieder. Immer öfter auch ins schlichte Koma. Eigentlich ein schlichter Zusammenhang: Wird der Sauerstoff mächtig knapp, machen die Synapsen auch mal schlapp.

In dem Zusammenhang offenbart mir das Substantiv Armut in Verbindung mit Sauerstoff eine erschreckende Dimension. Monatliches Salär fett und satt, aber in der Birne dauerhaft dunkel.

Brizzel. Furchtbar.

Was zweibeinige Fehlbesetzungen den Rest der von Steuerprogression bedrückten Mitmenschen an Euros kosten und wie diese Fehlbesetzungen viele Mitmenschen auf den überfüllten Bahnsteigen sinnentleert marodieren lassen. Gruselig. Von der geminderten Lebensqualität - unfreiwillig zum Marodierer geworden -- will ich gar nicht anfangen.

Brizzel. Furchtbar.

Zurück zum Transportweg Koblenz-Düsseldorf-Flughafen. Heute nur ein paar uninteressante Minütchen später auf der Hinfahrt. Und bei der Rückfahrt am späten Nachmittag bleibt mir der Grusel RE tatsächlich erspart. Heute humpelt der mit Abfahrtszeit 16Uhr27 ab HBf Düsseldorf regulär startende IC-Stahlwurm mit satten 50 Minuten Verspätung in den Bahnhof ein. Passt mir eigentlich gut, denn mit der Abfahrtszeit 17Uhr17 rumple ich zwar 19 Minuten später als mit dem Grusel-RE5 in Düsseldorf los, treffe offiziell nur 4 Minuten später in Koblenz ein als der RE5, jedoch in einer ungleich angenehmeren Umgebung. Beim Gleisrollern. Ungleich angenehmer. Luft zum Atmen. Hat was!

21.10.2016 Der 06Uhr05 geplant in HBf Koblenz losrollernde IC-Stahlwurm glänzt mit einem verwüsteten Toilettenkabinchen in Waggon 4, aber mit einem glücklich vor sich hinglucksenden Reservierungscomputerchen. Die Reservierungsanzeigen glimmen mit korrekt anmutenden Anfangs- und Endbahnhöfen. Fast alle Sitzplätze ab Münster reserviert. Prima, ich rollere ja nur bis Düsseldorf. Jaja, jetzt verschluck dich nicht vor lauter Begeisterung, du Reservierungscomputerchen. Be cool. Bis HBf Köln verläuft die Reise reibungslos. Dann wird eine Streckensperrung zwischen Köln und Düsseldorf angekündigt und gleich mal mit 15 Minuten Verspätung versucht, gute Stimmung bei den Fleischpäckchen zu erzeugen. So eine kleine bahneigene VerspätungsValium (sind doch nur 15 Minuten, viel schlimmer wäre doch, wir würden gar nicht mehr fahren, ist doch toll, freu Dich doch, du Fahrgast) über den Bordlautsprecher. Es werden gnadenlose 28 Minuten. Gnadenlose 28 Minuten Verspätung. Der Pendlertag beginnt bei dieser Größenordnung einer Verspätung im Regelfall zu schwimmen.

Mein Arbeitstag beginnt auch zu schwimmen, denn mein Unterricht beginnt um 9 Uhr. Und einfach wie ein wildgewordener Zuchthengst in den vollbesetzten Unterrichtsraum hineinzuwehen, gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Meine Regel lautet bis heute: Begegne den anderen mit dem Respekt, den Du selbst von anderen auch erwartest. Und wehe nicht als um Mitleid heischendes abgehetztes Wesen in einen Unterrichtsraum. Ich kopiere doch nicht die Dozenten einiger Fachhochschulen oder gar Universitäten. Eindruck schinden wollen mit der eigenen Hetze. Nö. Mache ich nicht.

Gelingt nicht 100 %ig. Leider. Dann wird eben 10 Minuten später das WissensVermittlungsPäckchen in Betrieb genommen.

By the way: Diese Strecke Koblenz-Düsseldorf befahre ich seit 10 Jahren. Und die granatengeilen Verspätungen kennen nur eine Richtung: Nach oben. Nur nach oben. Mittlerweile bin ich fest davon überzeugt, dass wir Fleischpäckchen durch dieses konstante "da mal ein paar Minütchen, da mal noch ein paar Minütchen drauf, da ein Löffelchen, dort ein Schüsselchen" nur noch auf fette Verspätungen ab 20 Minuten aufwärts überhaupt noch reagieren. Wie beim Garen eines Frosches im Wasser mit gaaaaanz laaaangsamer Erwärmung. Der Frosch merkt nicht, dass er zum Schluss durchgegart ist. Echt nicht. Wir Fleischpäckchen derweil auch nicht mehr. Durchgegart. Wie bei den berühmten Vorgaben bei der Steakzubereitung. Wie bitt'schön, darfs denn sein, werter Gast? Mögen's das Schteik (Steak) räär (Rare) oder midium (medium) oder welldann (well done).

Wie fühlt sich ein Fleischpäckchen nach 10 Jahren?

Well done.

Das haben sie geschafft. Hochbezahlte unengagierte Dilettanten? Die sich regelmäßig in Mecklenburg-Vorpommern in der Kneipe "Zur fröhlichen Elise" treffen? Nach dem Motto, wo sind unsere Kumpels und Kumpelinen im Geiste? Pardon, das ist zu derb mit dem Ausdruck im Geiste, das stellt eine Beleidigung des Geistes dar. Kumpels und Kumpelinen unter dem Flachdach. Da flitzt der angespitzte Pfeil direkt in das Zentrum der Bogenscheibe. Zisch, zack. Und wenn ich schon mal dermaßen in Schwung bin, liefere ich die Kernansage mit.  

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

[Dieses Satzgebilde entnahm ich der 3.Kamenzer Rede des Schriftstellers Jörg Bernig 1]

Jetzt glüht der Spekulationskessel mit dem Gasbrenner drunter auf voller Leistung munter vor sich hin. Wohnen im BahnleitTower in Berlin Kinder, welche sich eventuell erst auf dem langen Marsch aus der Unmündigkeit heraus befinden ODER leiden die Bewohner des BahnleitTowers unter Verstandesmangel? Zweiteres könnte viel erklären UND das Verständnis steigern, den verstandlosen Kindergarten beizeiten zu schließen. Ganz und gar. Türen zunageln. Schlüssel wegwerfen. 

Schießt meine Forderung über das Ziel hinaus? Der Rückzug in das Denkerstübchen schafft schon beizeiten Klärung. Wer es sich im wohligen Finanzpolster der öffentlichen Hand als Couchpotato und den bereitgestellten Puschen zu lange bequem gemacht hat, muss ohne exakte Klärung der eigentlichen Ursache seines Versagens schlicht entcoucht werden. Unmittelbar. Und darf sich gerne wieder im BewerbungsAssessment-Treff um die vakante Stelle bewerben. Allerdings entscheiden jetzt keine Vitamin-B-Pillchen mehr über die Berechtigung zum Wiedereintritt, sondern eine Spezialistentruppe. Die besteht aus Praktikern der Wirtschaft und Organisationsanalytikern. Nicht wie bisher aus einer Melange von Therapeuten, Pillendrehern sowie Genderberatern und gar, jetzt wird es wirklich schrecklich, den Beratertruppen aus dem Bertelsmannumfeld [ im Förderkreis des Kaffeekränzchens von Liz Mohn und Frau Bundeskanzlerin].    

Depressionen am Horizont?

Nein.

Die von deutschen Steuergeldern mitfinanzierte Hetzseite www.neue-rechte.net ist weiterhin offline. Prächtig. Das gewollte sprachregulierende/gedankenregulierende Gewächs der Amadeu-Antonio-Stiftung. Diesen Wichten aus dem Lager der Neoliberalen mit eingebautem Rechtsdrall [ mir wird schwindlig ]. Genau. Denen. Die Wichte der Amadeu-Antonio-Stiftung, jenen Elementen der nicht disjunkten Menge zur Menge der potentiellen Menschen-/Pflanzen- Vergifter. Monsanto?


[Korrektur]

Jesses Hermann, guck mal, da keimt was im Garteneckchen hinten. Oh wie süss. Oh wie toll. Herrmann, das habe ich gepflanzt. Das ist die Hoffnung. Sie keimt! 

Jesses Elisabeth, einfach so! Ganz ohne Monsanto. Toll.

Die Rückfahrt mit dem Grusel-RE um 16Uhr58 verspätet sich um 10, dann um 15 und schlußendlich um 18 Minuten. Na dann. Ich spekuliere auf den Umsteigebahnhof Köln. Raus aus dem Grusel-RE und rein in einen IC-Stahlwurm. Klappt ganz knapp. 4 Minuten Umsteigezeit und dann verzögert sich die Abfahrt des IC-Stahlwurmes um 8 Minuten. Bei dieser Verspätung bleibt es und damit sind es heute gesamt 36 Minuten Verspätung. Ein Nädelchen für den PendlerEhrenNadelIgel.

Pieks.

Wochenende.



1 Link führt zur Webseite kamenz.de und hier zum PDF-Dokument Aufruf 21.01.2016


Tags: Bahnunwesen, Bildungsapathie

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