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Klimaschau YouTube Sebastian Lüning

Reibungslosigkeit + ein KompetenzBeitrag von ZDFzeit. Puuuh!


Vorweg: Die mit deutschen Staatsgeldern geförderte Hetzseite <www.neue-rechte.net> der Amadeu-Antonio-Stiftung ist immer noch offline. Prima. Für Deutschland. 

Nicht unwichtig: Das lateinische Wörtchen competere beinhaltet die Begriffe zusammentreffen - ausreichen - zu etwas fähig sein - zustehen.

Jetzt geht es erst Mal auf die Gleise.

02.11.2016 Der 06Uhr05 IC-Stahlwurm verharrt an Bahnsteig 5 im HBf Koblenz. Die Reservierungsanzeige funktioniert. In Waggon 4 ist das Toilettenkabinchentürchen geschlossen. Die Belüftungsanlage drückt mit geringer Geschwindigkeit die Luft durch die Stahllamellen unterhalb der Waggonscheiben in den Waggoninnenraum. Ich vernehme keine Schluchzgeräusche vom ReservierungsComputerchen, welches irgendwo zwischen Waggon 4 und dem Bistrowaggon in einem verschlossenen Räumchen vor sich hinbrummt. Der Feiertag hat dem Zug offensichtlich gut getan. Flott brummen wir über die Gleise und erreichen den HBf Düsseldorf pünktlich. Der lokale U-Bahn-Betreiber lässt sich heute nicht lumpen und hat ausreichend U79 Bähnchen auf die Gleise geschubst.

Die Rückfahrt plane ich mit dem 17Uhr49. Ein IC2-Doppelstöcker, welcher mit 5 Minuten Verspätung in den HBf Düsseldorf einrollt und ohne irgendwelche Störungen dann mit uns zugestiegenen Fleischpäckchen den HBf verlässt.Der IC2-Doppelstöcker ist recht gut besucht und die freien Sitzplätze glänzen mit Reservierungsanzeigen ab Köln. Bäh. Da muss eine Kleinfirma den Rückmarsch vom Betriebsausflug mit diesem Zug antreten, wie die vielen reservierten Sitzplätze nahelegen. Frisches Lüftchen im Obergeschoss des Zuges. Frisches Lüftchen.

Kein Fahrkartenkontrolleur auf der ganzen Rückfahrt zu erblicken. Wowh!

03.11.2016 Ich weiß nicht, was ich von diesen knarzenden, schabenden Rolltreppen am Bahnsteigdoppel 4/5 im HBf Koblenz halten soll. Diese Geräusche beunruhigen mich ein bisschen. Könnte sich irgendein verschabtes Metallteil im unbekannten Rolltreppenuntergrund lösen und mich erdolchen? Wir rollern pünktlich um 06Uhr05 aus dem Bahnhof raus. Wie gestern kann ich kein weinendes oder greinendes Reservierungscomputerchen hören. Die Reservierungstechnik signalisiert mir volle Funktionsfähigkeit. Keine Reservierung---> keine glimmende Anzeige, Reservierung----> glimmende Anzeige mit Start- und Zielbahnhof. Alles so ordentlich heute morgen in Waggon 4.

Mmmmmmh. Grübel.  

Achso, keinerlei besonderen Vorkommnisse sind bis Düsseldorf HBf zu vermelden.

Mmmmmmh. Grübel. So reibungslos kann Bahnfahren sein?

Die Rückfahrt kann ich heute mit der Kombination ICE-IC mit Abfahrtszeit 15Uhr27 in Düsseldorf antreten. Mmh, diese Kombination bedarf sorgfältiger Vorbereitung, seitdem die DB die Nachlösetarife für Fahrkarten sowie ICE-Zuschläge "angepasst hat". Ein ICE-Zuschlag auf meine bestehende IC-Jahreskarte kostete vor der Anpassung zwischen 3,75€ und 6,00€ für den Streckenabschnitt Düsseldorf -Köln. Derweil sind pauschal 6,50€ Aufschlag auf den eigentlichen Preis angesagt, was dann maximal 12,50€ bedeuten kann. Ich steuere das DB-Reisezentrum an und nach kurzer Verwirrung meinerseits habe ich eine Wartemarke aus dem Automätchen gezogen. Aus den von der freundlichen Mitarbeiterin geweissagten 5-10 Minuten Wartezeit werden exakt 11 Minuten. Völlig ok. Der Kauf des ICE-Zuschlages wird in Verbindung mit der vorhandenen Jahres-IC-Fahrkarte sowie der Bahncard25 für entspannende 3,75€ an mich verkauft. Prima. Meine Frage, ob ich denn nicht gleich ein paar dieser ICE-Zuschläge kaufen könnte, um mir den Besuch des DB-Reisezentrums zu ersparen, wird abschlägig beschieden. Keine Chance. Dann werde ich das DB-Reisezentrum noch oft besuchen können. Ob das Kaufen eines ICE-Zuschlages mal den Weg in die Online-Abwicklung finden wird? Das wäre famos.

Der ab Köln HBf abdampfende IC-Stahlwurm rollert mit unwesentlicher Verspätung in Richtung Koblenz los.

In Bonn erwischt uns eine Signalstörung beim Versuch, den Bahnhof zu verlassen. Uihuih. Diese Signalstörung klatscht uns 8 Minuten Verspätung rein. Und bei dieser Verspätungsgröße bleibt es auch bis Koblenz.

Eine Signalstörung der besonderen Art [ Störung der Inhaltsqualität, vergleichbar mit dem matten Verglimmen einer Verkehrsampel kurz vor dem vollständigen Erlöschen wegen Glühfadendefektes ] erlebte ich beim Betrachten eines Fernsehbeitrages des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Am 18.10.2016 versendete ZDFzeit den "Großen Bahn Check". Wer diese Sendung mit einer Laufzeit von 43:24 Minuten betrachten möchte, wabert zu dieser Webseite 1. Der Beitrag wird bis 2017 online bleiben. Zeit im Überfluss zum Betrachten des Werkes des öffentlich rechtlichen Fernsehens. Der eingerichtete Verspätungsmelder, um die Meldungen der Tester verarbeiten zu können, wurde natürlich mit einer App-Anbindung (sinnvoll) versehen. Den Fernsehbeitrag ordnete der Sender dem Bereich Dokumentation zu. 

Der große Bahn-Check wird eröffnet mit der seltsamen Äußerung eines Befragten. Seine Äußerung: Preise wie im Puff. Gut, ich weiß nicht, wo der Herr derlei Services aufsucht, um diese Vergleichbarkeit herstellen zu können. Auch im Puff gibt es ja mehrere Preismodelle, um zum gewünschten Ziel zu kommen. Auf welches Segment, übertragen auf die Deutsche Bahn, bezog sich jetzt die Äußerung des Befragten? RE, IC oder ICE? Was denn jetzt genau?

Der Testzeitraum für den Bahn-Check für den ZDFzeit-Test? Mmmmh, entweder ich erblinde oder es wird nicht dokumentiert. Mmmh. Jetzt habe ich den Film zwei Mal betrachtet und erst bei Minute 42:50 sehe ich einen möglichen Zeitüberblick. Beginnend mit 11.07.2016 und endend mit dem 02.08.2016. Was macht da eigentlich der 21.07.2015 dazwischen? Mmmmh.

Ermittelt wurden die Pünktlichkeit, die Sauberkeit, die Preisgestaltung sowie die Menüqualität im Bistro/Restaurant der Bahn. 

Aubacke, beim Preisvergleich hübsch nebeneinander ein Bahn-Stahlwurm, ein HKX-Züglein, ein Auto sowie ein Vertreter von Flixbus. Und die alte Leier mit dem Einsetzen der reinen Spritkosten beim Auto. Der ewig währende Fehlgriff beim Erfassen von direkten und indirekten Kosten. Auch ZDFzeit kann die Welt nicht auf den Kopf stellen, indem die Betankung des KFz als alleiniges Kostenmerkmal einer definierten Reise aufgeführt wird. Tun sie aber. Was bitte hat beim Bahn-Check der Spritverbrauch des KFz ohne den zwingend dazugehörenden Fahrzeugunterhalt für einen Aussagewert? Hier ein Link auf eine ADAC-Kostenauflistung 2.

Diese Denkweise ähnelt der weitverbreiteten Überzeugung in der Bevölkerung, dass die während der Arbeitszeit eingezahlten Rentenversicherungsbeiträge irgendwo auf einem anonymen BRD-Nummernkonto herumlagern und dann bei Eintritt der Rentenzeit von diesem BRD-Nummernkonto dem Bürger die tatsächliche monatliche Rente ausbezahlt wird. Diese völlig falsche Sichtweise scheint ja unausrottbar. Ebenso wie das Vergleichen nicht vergleichbarer Werte wegen falscher Ausgangsvoraussetzungen. Ich kann auch nicht einen Pfirsich mit einer Kugelbombe bezüglich des Vitamingehaltes vergleichen. Wie sollte das denn funktionieren und was brächte das?

Das Team von ZDFzeit schnurrt da munter drüber - oder besser gesagt - drunter weg. Nachdenken? Nö. Kriterienauswahl kritisch hinterfragen? Nö.

Dafür darf Nelson Müller die Verkostung im ICE-Restaurant vornehmen und auch noch bei der Verteilung von Klößen und Sößchen in der Bordküche aktiv mitwerkeln. Da lacht das HACCP 3 lauthals in die Mittagssonne. Aber es sieht ja so lässig aus. Und der alle Bahnfahrer so ungemein interessierende Prozess der Speisenabwägung bzw. Speisenkreation im Frankfurter Zentralküchenwesen wird ausführlich befilmt. Wowh. Durften die Tester dann ebenso wie Nelson Müller regelmäßig testen, ob in den jeweiligen ICE-Restaurants diese Speisen überhaupt vorhanden waren? Nix zu sehen von dieser den Bahnfahrer interessierenden Gibt-es-das-wirklich-auch-für-mich?  Frage.

Wieso bei Flixbus die kostenlose Nutzung der Fahrwege und die wohl recht unschönen Arbeitsbedingungen kurz angerissen wurden, erfährt keine Erläuterung? Da sind wohl die Emotionen mit dem Fernsehteam ein bisschen durchgegangen. Relevanz des verbalen Seitenschlages? Den Zuschauer wachrütteln? Pffft. Das Thema hätte ich gerne ausführlicher erklärt bekommen. Mich hätte ein detaillierter Vergleich bei den Themen Arbeitszeiten/Entlohnungen/Steuervergünstigungen/Rechtlichen-Vorgaben sehr interessiert. Bekomme ich aber nicht angereicht. Nix. Gar nix.

Das Ermitteln des Stresslevels bei Nutzung der unterschiedlichen Transportmöglichkeiten übergehe ich völlig. Die Auswahl der Testpersonen sowie Messkriterien für den zu erhebenden Stresslevel finde ich lustig nichtinformativ. Diesen Teil des Fernsehberichts verweise ich entspannt in jene dunkle Höhle, in welcher schon Konspirologen und Godzilla hausen. Alternativ könnte ich auch eine Glaskugel auf dem Jahrmarkt hinten links befragen. Bei Mondenschein oder Sonnenschein, bei Regen oder bei Hagel. Immer käme was Lustiges raus.

Wie interessant wäre es geworden, wäre der Test mit unterschiedlichen Fahrgastprofilen durchgeführt worden.

Profil Eins: Pendler

Profil Zwei: Gelegenheitsfahrer Kurzstrecke RE

Profil Drei: ICE-Langstreckenpirscher

Profil Vier: Urlaubsreisender

Und jedes Fahrgastprofil wäre dann nach den Kriterien Pünktlichkeit [ absolut/relativ/Anschlusszug-erreicht/Bahnhof-überhaupt-nicht-erreicht ], Sauberkeit [ generell im Waggon/speziell auf der Toilette etc ] , Mindestversorgung an Bord [ Getränke/Backwaren/Knabberteilchen ] sowie der Preisgestaltung [ adhoc-Fahrt/geplante-Fahrt/DB-Beratung/Online-ermittelt ] UND dem Aspekt --ökologisches Handeln und die weitere Entwicklung der Verkehrsgesellschaft -- untersucht worden.

Diese Vorgehensweise hätte was Aussagekräftiges erzeugen können. Und wenn auf verständliche Art erklärt würde, wann der Flexpreis oder der Bordpreis fällig werden und inwieweit da die Bahncard eine Rolle spielen könnte, hätte ich bewundernd gebrummt. 

Hätte ich. So hätte das geklungen: Bruuuuuummmmmm. 

Konjunktiv zwei.

Stattdessen gibt es diesen Beitrag von ZDFzeit mit einer flapsigen Wortbegleitung, seltsamen Bepunktungen und einem schlierend-schleimigen Schlusstext. Ganz nach dem Motto: Wer weiß, wo ich mich in Zukunft noch hinbewerben muss, weil mein ÖR-Plätzle wegrationalisiert werden wird. Da halte ich mir doch lieber alle Türlein für mein Leben offen.

Letzteres ist gelungen. Mehr nicht.

Der Beitrag kann ruhigen Gewissens auf Facebook gestellt werden. Klicken-gucken-weiss-ich-alles-schon-abklicken-liken-wo-ist-Biggi-mit-den-Schminktips-gucken-liken-oder-oh-goil-Kevin-zeigt-uns-den-nackten-Arsch-gucken-liken-gottseidank-muss-ich-da-nirgends-denken-gottseidank-synapsenbelastungsfreie-zone-gottseidank-liken-ganz-fertig.

Ergänzend böte sich Twitter an mit dem Hashtag #lallschwallgummiball. Och manno, das war jetzt zuviel, sogar mein Wellensittich protestiert soeben lautstark und flattert nervös in der Wohnung rum. 

Pffffft. Den Fernsehbeitrag ordnet der Sender dem Bereich Dokumentation zu? Bääääh. Im ZDF-Körbchen "Startups stellen sich vor - launige Texte mit launigen Laien vor und hinter der Kamera" fände dieser Fernsehbeitrag sein passendes Ruheplätzchen. Keinesfalls darf er im Barbarastollen 4 fehlen. Die Außerirdischen von Alpha Centauri 5 wollen auch was Schräges zu sehen bekommen.  

Und für derlei Werke von ZDFzeit zahle ich auch anteilsmäßiig meinen monatlichen Zwangsbeitrag. Welchem ich nur durch Auswanderung entrinnen kann. Welchen die Gierigen demnächst wieder erhöhen wollen.

Ich fordere den Nachweis der Lagerung im Barbarastollen.

 

Offensichtlich trifft es bei dem ZDFzeit-Team dieses Fernsehbeitrages ins Schwarze: Bologna-Kompetenz ≠ zu etwas befähigt sein

 

 

 

1 Link führt zu zdf.de/dokumentation Aufruf am 06.11.2016

2 Link führt zu adac.de Dokument aus 04-2016

3 Link führt zu Wikipedia Artikeländerung 26.10.2016 21Uhr54

4 Link führt zu Wikipedia Artikeländerung 05.10.2016 21Uhr49

5 Link führt zu Wikipedia Artikeländerung 06.11.2016 01Uhr58


Tags: Bahnunwesen, Bildungsapathie

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