ZEIT-Stiftung: Wenn Flegel und Beliebigkeit aufeinandertreffen ---> Kompetenzwichtel


06.12.2016 Zwischenruf. Puuh, diese auf 3 DIN-A4-Seiten ausgedruckte "Charta der digitalen Grundrechte der europäischen Union" mit dem auf der letzten Seite rechts unten platzierten Vermerk -- Eine Initiative, angeregt von der ZEIT-Stiftung, Evelin und Gerd Bucerius -- liegt mir schwer im Magen. Über mehrere Zeitabschnitte des Lesens -- geschätzt jeweils 10 bis 20 Minuten -- lag ich bewusstlos in der Ecke meines Büros herum. Niedergeschlagen von einer Sprache, eines jeden Juristen jederzeit würdig. Niedergeschlagen von einer hoheitlich anmutenden Sprache und die Sätze bestehen aus erschreckend trivialen Formulierungen.

Sätze, geformt von völlig Ahnungslosen, die Hauptsache geplärrt, und ich vermute, die saßen in einem analogen Bibelkreis und haben Perlenketten aufgefüttert. Wortperlenketten. Bunt. Musterig. Nicht gehäkelt. Nicht gestrickt. Nicht geflochten. Zusammengebeppt. Mit Uhu-Sekundenkleber. Aber nicht aus der Modellreihe --EASY--. Die haben die uralte Version mit den intensiven Dämpfen eingesetzt. 

Mir tun die gebeppten Perlenketten jetzt schon leid.

Die Perlenketten-Flechter überhaupt nicht. Manche Mitmenschen benutzen Alkohol, manche Drogen, um in eine andere Dimension zeitlich befristet wechseln zu können. Völlig ok. Diese Perlenketten-Flechter haben die volle Packung "eingefahren" und delirieren durch die DIN-A-4-Seiten. Ein solides Oberklassegehalt benötigt ja keiner für die Klebstoffdämpfe, gelle?

Kleine Beispielchen aus dem Werk gefällig? Aber gerne. Schreiten wir gemeinsam in den Sumpf der Kompetenzschwurbler. Obacht, jetzt wird es glitschig.

 

<Beginn Auszug des erwähnten Dokumentes>

ART.2 (FREIHEIT) Jeder hat ein Recht auf freie Information und Kommunikation. Dieses Recht ist konstitutiv für die freie Gesellschaft. Es beinhaltet das Recht auf Nichtwissen.

ART.3 (GLEICHHEIT) (1) Jeder Mensch hat das Recht auf eine gleichberechtigte Teilhabe in der digitalen Sphäre. Es gilt das in der Europäischen Grundrechte-Charta formulierte Diskriminierungsverbot.

ART.3 (GLEICHHEIT) (2) Die Verwendung von automatisierten Verfahren darf nicht dazu führen, dass Menschen vom Zugang zu Gütern, Dienstleistungen oder von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. Dies gilt insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Schutz vor elementaren Lebensrisiken, Recht auf Arbeit, Recht auf Wohnen, Recht auf Bewegungsfreiheit und bei Justiz und Polizei.

<Ende Auszug des erwähnten Dokumentes>

 

Hääääh? Nur für die freie Gesellschaft gültig? Definiere Freiheit, Flegel. Die Bewohner unfreier Gesellschaften sind also ausgeschlossen? Wie geckig, das Recht auf freie Information und Kommunikation. Und überhaupt, definiere unfreie Information und Kommunikation, Flegel. Wie geckig, das Recht auf Nichtwissen. Hallo Herr Oberwachtmeister, ich habe mir die freie Kommunikation zu Herzen genommen und ganz flockig mit meinem angeeigneten Wissen die Kundendaten vom XYZ-Gamma-Delta-Phi-Krankenkassen-Server runterkopiert. Wie? Darf ich nicht? Ich poche auf mein Nichtwissen. Jawolli. Ich poche ganz heftig auf mein Recht auf Nichtwissen........

Hääääh? Und was ist denn jetzt los? Was bedeutet denn " ... in der digitalen Sphäre. " und erst recht "...................in den Bereichen Gesundheit..........und bei Justiz und Polizei"? Ich fühle mich zugegebenermaßen immer ganz sphärisch, wenn ich im Internet [ nicht zu verwechseln mit dem WorldWideWeb - Bullshit, gibt es da einen Unterschied, echt? - oweiah - ] unterwegs bin. Sphärische Finger auf einer sphärischen Tastatur, verbunden mit einem sphärischen Datenserver irgendwo auf dieser Welt. Verbunden über sphärische Router und die Bits wandern auf sphärischen Glasfaserleitungen. Och manno. Wenn mir das mal einer früher so erklärt hätte! Den hätte ich einweisen lassen. Sofort. Stante pede. 

Wenn sich bewahrheiten sollte, dass für dieses Machwerk 14 Monate Zeitaufwand notwendig waren, dann verlängere ich mein Dujardin-Jahresabo. Sonst werde ich verrückt. Besser langsam verrückt werden und die Synapsen an den Alkohol verlieren als diese schrecklichen Folgen von reichlich Klebstoffdämpfen ertragen zu müssen. Alkohol kann ein Leben begleiten [ muss nicht ], bei Klebstoffdämpfen haut es einen einfach weg. Da haben die Synapsen gar keine Chance mehr, den Abgang zu vermelden. Zack, bumm. 

Patsch, bumm. Ich liege schon wieder in der Ecke. Bewusstlos. Und bisher habe ich nur Dallmayers Ethiopa geschlürft. Heul.

Dieses Werk werde ich am Donnerstag weiter bearbeiten. Da muss ich mir die Verflechtung von ZEIT-Stiftung, dem Larmoyanz-Blättchen -- DieZeit -- und der Amadeu-Antonio-Stiftung genauer angucken. Aus welchen Geburtstagstorten springen derlei Figuren eigentlich heraus?

Hoffentlich schwappt nicht noch irgendjemand aus irgendeiner freischaffenden geisteswissenschaftlichen Blubberecke in den nächsten Tagen in meine Nähe und vollführt den Beschwörungstanz der "bösen Algorithmen".

Dann würde ich mich wortlos umdrehen. 

Und einfach in die andere Richtung davonschweben.

BBBDHKP.

 

 

Das Dokument kann hier in seiner ganzen Pracht heruntergeladen werden.

BBBDHKP = Blöd Bleibt Blöd Da Helfen Keine Pillen


Tags: Politwahn, OECD, Bildungsapathie

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