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Klimaschau YouTube Sebastian Lüning

Norddeutschlandwetterkapriolen + Lokführer, where are you?


21.06.2017 Uiiih, es sind reichlich freie Abstellmöglichkeiten für das Auto hinter dem HBF Koblenz vorhanden. Der mit einer Spitzentemperatur von 36 Grad Celsius angesagte Mittwoch beginnt wunderbar. Ich mag es, wenn ich 12,50 € für den ganztägigen Autoabstellplatz einsparen kann. Carpe diem. Solange es noch kostenfreie Abstellplätze gibt, denn irgendwann wird damit Schluss sein, schließlich muss jeder verfügbare Stadt-Quadratmeter gewerblich erschlossen werden. Irgendwie, irgendwann von irgendwem. Wo kommen wir auch hin, wenn das Reinigungswägelchen für Laub oder Schnee oder gar der Teerreparaturtrupp gerade mal so von den städtischen Betrieben über die Steuergelder alleine finanziert würden. Das schreit förmlich nach Optimierung.

Unclever gelöst wurde das Parken des jeweiligen "Zubringerautos" für das bahnfahrende Fleischpäckchen bereits im letzten Jahr. Bis August 2016 hatte der Gleisbeschicker einen Spezialvertrag mit einem Parkhausbetreiber: DB-Jahreskarteninhaber [ Pendler ] konnten für monatlich 77 Euronen ganzmonatig parken. Das Arrangement fiel der Preisgestaltung der Stadt Koblenz zum Opfer. Die Stadt Koblenz verlangte ab 2016 für den Abstellplatz im Parkhaus monatlich 110 Euronen. Ich weiß, Düsseldorfer Fleischpäckchen lachen über derlei niedrige Preise. Koblenz ist eben nicht Düsseldorf. In vielfacher Hinsicht nicht. Die rabiate Preiserhöhung missfiel mir dennoch. Für eine Übergangszeit konnte ich einen 80-Euronen Abstellplatz in HBf-Nähe erhaschen. Dann begann auf der Parkfläche der Hausbau. Autos wech - Betonetagen drauf. Seitdem vagabundiere ich automäßig hinter dem HBf Koblenz herum und sofern ich bis 05Uhr30 aufschlage [ hinter dem Hauptbahnhof ] gelingt mir eine Null-Umme Parkplatzeroberung.

Wir rumpeln pünktlich um 06Uhr05 aus dem Bahnhof. Der IC-Stahlwurm hat seinen Originaltriebkopf wieder in der Reparaturstelle abgegeben. Verdächtig viele Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen hat dieser Originaltriebkopf vorgelegt in den letzten Jahren. Ich lasse das Krankmelden Revue passieren und kann keine Methode entdecken. Es muss ein schon länger kränkelnder Originaltriebkopf sein. Eine fauchende rote Lok wird uns heute in Richtung Norden ziehen. Der Reinigungstrupp des Gleisbeschickers Deutsche Bahn schlurte mindestens durch Waggon 5 mit halbgeschlossenen Augen hindurch. Wahlweise auch mit verquollenen Augen. Schietegal. Anders lassen sich die müllbefüllten MinischiebeMülleimerchen zwischen den jeweiligen Vordersitzen nicht erklären. Und ich habe gleich mal ein paar Sitzreihen geprüft. Musste sein. Das Prüfen. Beppig-klebrige befüllte MinischiebeMülleimerchen checken vor dem Frühstück? Werde ich langsam kirre?

Na wie interessant. Ab dem HBf Köln kurven die von mir vermissten 2-stöckigen IC2-Züge mit Fahrtziel Dresden herum. Meine Vermutung hat sich erhärtet. Als Betahörnchen im letzten Jahr auf der Nord-Süd-Strecke im Einsatz, um die Einsatzpraktikabilität nachzubessern und nach der Bananenreifephase dann von der Nord-Süd-Strecke auf andere Strecken [ hier: Dresden ] umgesetzt. Also echt, ich wollte doch die IC2-Züge noch weiter abtesten und da verpflanzen die DB-Planer die einfach. Heul. Die Uhr zeigt 7Uhr17 und wir lungern kurz nach der Rheinüberquerung wieder auf dem Gleis herum. Gleislungern ohne Fahrgeräusche, die Klimaanlage braust die Luft durch Waggon5. Jaja, die Parkhäuser sind aber auch so beeindruckend anzuschauen.Plus 8 Minuten bei Ankunft im HBf Düsseldorf.

Krasses Spielchen. Die Rückfahrt mit dem geplant um 17Uhr48 abfahrenden IC-Stahlwurm fällt ins Wasser. Plus 74 Minuten wegen einer technischen Störung am Zug. Jo mei. Der nächstmögliche IC Dampfer fährt um 18Uhr27 mit leichter Verspätung [ so verkündet es die BahnApp des Gleisbeschickers ] in Richtung Süden. Da muss ich vor lauter Schreck mal ein flüssigkeitspegeloptimierendes Tässchen Bier einwerfen. Im Bierbrunnenlokal des Düsseldorfer HBf. Und was erblicken meine Äuglein in der BahnApp des Gleisbeschickers? Einen mit plus 25 Minuten Verzögerung herumhoppelnden RE mit Ziel Koblenz? Kann das sein? Es ist so. Nix wie hin zum Bahnsteig 16 und gerade noch kann ich in den Grusel-RE reinhüpfen. Im Obergeschoss gibt es erstaunlicherweise in diesem Waggon noch freie Plätzchen UND die Klimaanlage raschelt erfolgreich vor sich hin. Coole Sache. Wir rumpeln los. Kurz vor 18Uhr werfe ich einen kontrollierenden Blick in die BahnApp und siehe da, das Plus von 74 Minuten beim 17Uhr48 IC-Stahlwurm [ Abfahrt HBf Düsseldorf ] hat sich auf 90 Minuten hochgeschaufelt UND der 18Uhr27 IC-Stahlwurm notiert jetzt plus 12 Minuten Verspätung. Mal sehen, ob der Grusel-RE, in dem ich gerade rollere, meinen Zielbahnhof Koblenz ohne Blessuren erreicht. Bisher sieht es ganz flusig erfolgversprechend aus. Fahrausweise mochte bisher in diesem RE keiner bespähen. Ab Köln Süd werden die WaggonGänge mangels Sitzplätzen von den Fleischpäckchen bevölkert. Wie sich herausstellt, wollen die alle nach Bonn. Schwups, ab HBf Bonn entvölkert sich der RE. By the way: Die Klimaanlage schafft fleißig vor sich hin. Sie lässt sich durch nichts beeindrucken. Toll!

Der HBf Koblenz wird mit plus 22 Minuten Verspätung erreicht. Allemal besser, als mit dem ursprünglich geplanten IC-Stahlwurm und der Superverspätung erst gegen 21Uhr den HBf Koblenz erreichen zu können.

23.06.2017 Der 06Uhr05 IC-Stahlwurm wurde mal wieder in der Waggonreihung gedreht. Davon hat das Bahnsteigdisplay nichts mitbekommen. Das Bahnsteiggehoppel der Fleischpäckchen beginnt. Im Zweifelsfalle hilft auch der Wagenstandsanzeiger am Bahnsteig nicht weiter. Die dort hinterlegte Waggonreihung entspricht der Planung, heute definitiv nicht der Realität. Auffallend viele Güterzüge brausen heute morgen durch den Bahnhof. Nicht die gleitende Alpäzähmer-Klasse, sondern die Standard-Quietsch-Rangs-Klapper-Kreisch-Klasse. Ohrenbetäubender Lärm ist angesagt. Ich tippe darauf, dass wir verspätet losfahren werden. Wenn vor uns Güterzüge herumhoppeln, verzögert sich regelmäßig die Abfahrt. Um 06Uhr12 stehen wir immer noch am Bahnsteig herum. Siehe da, ein weiterer Güterzug schleicht sich soeben in Richtung Norden. Mal sehen, ob wir jetzt losfahren dürfen. Unter Beachtung des vorgeschriebenen Sicherheitsabstandes zum vorausfahrenden Güterzug. In der BahnApp des Gleisbeschickers hat dieser IC-Stahlwurm schon ein Mini-Strichlein in der Gesamtstreckenübersicht erhalten. Pffffh, als seien wir schon aus dem Bahnhof geglitten. Ich nahm bisher an, diese Positionszuweisung eines Zuges in der Gesamtstreckenübersicht sei real. Und nicht irgendwie zusammengestrickt. Oweh. Auf der linken Zugseite donnert ein weiterer Güterzug an uns vorbei mit Fahrtrichtung Norden. Schwer was los heute auf den Gleisen. Die Uhr zeigt 06Uhr25 an. Keine Fortbewegung des Zuges erkennbar. Noch nicht einmal eine Erklärung für die gewaltige Verspätung über das Lautsprecherdurchsagesystem erfolgt. Der Zug fährt nicht. Laut Bahnhofsteilmanager fehlt das Fahrpersonal als Folge der Unwetter im Norden Deutschlands. Der mögliche 06Uhr41 IC-Stahlwurm beginnt mit unbekannter Abreisezeit, wird dann mit plus 180 Minuten Verspätung angezeigt. Der Notanker wäre der 07Uhr13 bis, immerhin, oho die Hoffnung keimt ganz zart, zum HBf Köln. Ältere Reisende kurbeln wegen der ausgesprochen miesen Informationskultur des Gleisbeschickers irritiert auf den Bahnsteigen herum.   

Der 06Uhr41 IC-Stahlwurm fällt schlagartig von 180 Minuten Verspätung auf 20 Minuten Verspätung herunter. Und hoppeldigoppel, die Minuten vergehen geschwind, und da stromert er auch schon an Bahnsteig 5 heran. Wir rollen los. Und ich komme tatsächlich kurz vor 9 Uhr am Arbeitsplatz an. Startzeit offiziell 06Uhr05 und heute morgens knapp 3 Stunden unterwegs.  

Für die nachmittägliche Heimfahrt hatte ich weit im voraus im Hin-Rückfahrt-Ticket den 17Uhr48 IC gebucht. Vorsorglich bespähe ich die BahnApp des Gleisbeschickers und fahre mit der U-Bahn des Lokalbetreibers Rheinbahn zum Hauptbahnhof. Das kommt mir alles ziemlich unrund vor. Gewappnet sein ist die Devise. Mal sehen, wie sich die BahnApp-Anzeigen mit der Realität in Einklang bringen lassen. Der 16Uhr27 geplant abfahrende IC glänzt mit 87 Minuten Verspätung. Der 15Uhr27 geplant abfahrende IC scheint völlig verschwunden zu sein. Der 16Uhr58 planmäßig abfahrende Grusel-RE wartet mit sanften 5 Minuten Verspätung auf. Und was sehen meine angespannten Äuglein da? Den 16Uhr44 IC mit 25 Minuten Verspätung. Ohoooooh. Den kapere ich trotz der BahnAppWarnung, dass eine Fahrgastmitnahme eventuell nicht mehr möglich ist wegen ungemein hohen Fahrgastaufkommens. Das 16Uhr44 Stahlmonster rollt herein. Wir rollern los. Das vorhandene BordbistroWaggönchen verfügt über keine Waren mehr. Kein Bier, kein Wasser, kein Rotwein. Die Kaffeemaschine scheint schwer zu röcheln. Die Auffüllstation Köln HBf kommt ja bald, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Und kaum stehen wir ordnungsgemäß im Kölner HBf, brodelt aus dem Lautsprecherdurchsagesystem die Nachricht des Tages: Die Weiterfahrt dieses Zuges verzögert sich auf unbestimmt, da kein Fahrpersonal mehr vorhanden ist. Das heißt, die üblichen Einwechseltruppen ab Köln sind schlicht nicht vor Ort. AAAAABER, am gegenüberliegenden Bahnsteig steht ein mit über zwei Stunden Verspätung soeben hereingeschlichener Stahlwurm, der mit Endziel Passau ausgestattet, gerade noch erreicht werden kann. Hektisches Geschiebe vieler Fleischpäckchen entsteht. Nix wie raus aus dem UnbestimmteWeiterfahrtZug. Vorsorglich frage ich einen Mitreisenden im "neuen" Zug, ob der Lokführer auch vorhanden ist. Er bejaht und nach wenigen Minuten verlassen wir den HBf Köln.

Brizzel.

Es tauchen keine weiteren Vorkommnisse bis zum Einrumpeln in den HBf Koblenz auf.

Ich höre die melodischen Glockentöne des in diesem Moment eingeläuteten Wochenendes.

Die Töne umwehen mich freundlich. Jawolli.

 


Tags: Bahnunwesen

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