kontaktgrillen


09.09.2017 Ein neues Gerätchen sollte her für den Einsatz im Küchenbereich. Nein, kein Vorwerk-Thermomix, jenes Wunderwerk aus der interplanetarischen Ernährungs-/Essenszubereitungs- Forschung. Jenes Gerät, welches alles fast alleine kann. Nur nicht grillen.

Ein Kontaktgrill sollte es sein. Wer seine Pfannenausstattung auf die für Schab-/Kruschtel-/Gewalt- Grobiane geeigneten ewig haltbaren Exemplare zum Beispiel dieses Herstellers [ keinesfalls hochsensible beschichtete Pfannen! ] beschränkt hat, muss bereit sein, sich gewaltig umzustellen. Er muss das mechanisch-sensible Speisezubereiten [ Motto: wir schonen das Kochgeschirr, wir konditionieren uns ans Gerät ] verinnerlichen. Sofern er nicht die Möglichkeit hat, gleich den im Ausseneinsatz befindlichen Massivgussgrill in die Küche reinschieben zu können, bleibt nach meinen Recherchen in einem definierten Preissegment [ weniger als 200 Euronen ] nur ein Kontaktgrill übrig, der mit beschichteten Grillplatten arbeitet. Zum Grillen gehört eigentlich zwingend dazu, sich intensiv mit der Grillreinigung vorab zu beschäftigen. Derlei Gedanken habe ich schlicht verdrängt. Spontan wollte ich sein, juhuhh. Einfach mal so aus der Hüfte schießen.

Und gucke da, es finden sich bei der Recherche tatsächlich gut bewertete Kontaktgrilleinheiten für unter 200 Euronen mit vielversprechenden Qualitäten. Die Tiefpreisgrilleinheiten, bei denen ich befürchten muss, dass die Heizkraft maximal zum Kochen von Gargut ausreichen könnte, habe ich nicht in Betracht gezogen. Meine Wahl fiel auf diesen Kontaktgrill von Gastroback. Und da ich das Teil zum Wochenende nutzen wollte, bin ich losgekurbelt und habe die Händler abgeklappert. Es fand sich auch ein Exemplar im lokalen Mediamarkt. Gekauft. 

Beurteilung nach mehreren Wochen Geräteeinsatz:

Gut bis sehr gut verarbeitetes Gerät. Schrauben dort, wo ich sie erwarte. Beim oberen Grillplattenteil im Verschiebemechanismus zur Höheneinstellung und bei den im Gelenk zur oberen Grillplatte führenden Befestigungen ebenfalls Schrauben. Nix Press-Kleb-Bepperitis und damit geplante Obsoleszenz. Jawolli, echte Schrauben! Metall, ich fasse es nicht. 2017.

Aufheizzeit des Kontaktgrills nach dem Einstöpseln des Steckers in die Steckdose für gegrilltes Gemüse oder Steaks 10 - 15 Minuten. Dann das kurze Grillen, je nach Gargut. Und was sehe und schmecke ich: Das Gargut ist wirklich gegrillt und gleichzeitig supersaftig. Keine Wüste Gobi im Mund. So nach dem Motto - gib mir Wasser - ich kann es nicht mal ordentlich kauen geschweige denn runterschlucken. Das Rindersteak nach wenigen Minuten perfekt. Schleck.  

Wer jetzt fragt, wieso ich den Stecker in die Steckdose vor dem Grillbeginn ramme, dem sei mitgeteilt: Das Gerät hat keinen EIN-AUS-Schalter. Wer den Stecker nach dem Grillvorgang und einer eventuell zeitlich versetzten Reinigung der Grillplatten nicht aus der Steckdose nimmt, erhöht seine Stromrechnung, da der eingebaute Thermostat das Gerät auf jeden Fall bis zu der Stufe hochheizt und temperaturstabil hält, welche am Temperatursteller in der oberen Grilleinheit vom Benutzer eingestellt wurde. Bei der Gelegenheit muss ich noch abklären, ob im Privathaushalt für dieses Gerät die Vorschriften aus hier gelten.

Temperaturstabilität mit eingelegtem Gargut: hervorragend, das berüchtigte Kochen [ grau gefärbtes Gargut ist der Untergang beim Kurzbraten bei verhärmt gebauten Grilleinheiten ] fällt völlig aus. Der Anschlusswert von 2400 Watt bringt die Power ungebremst auf die beiden Grillplatten. Ganz nach dem Motto: Lass den Strom durch die Heizstäbe donnern, gib alles, los gib es mir. Das gelegentliche Knistern des Gerätes zeigt mir, dass hier gewerkelt wird wie im Stahlwerk beim Abstich

Reinigung: Keinesfalls mit Hardcore-Instrumenten vorzunehmen. Glitzischwamm, grobes Reinigungswerkzeug oder grobe Reinigungsmittel sind nicht zulässig. Ich reinige Kochgeräte niemals in zeitlicher [ weniger als 1 Stunde nach dem Servieren des Essens ] Nähe zur Essenszubereitung. Das ist mir zuwider. Kaum gekaut, schon auf die Sauberkeit geschaut. Bäääh, das mag ich wirklich nicht. Der Rotwein zum Essen wird schließlich gemütlich getrunken. 

Bei diesem Kontaktgrill heize ich das Gerät nach Herstellerempfehlung Stunden nach dem Essen noch einmal kurz auf in der Thermostateinstellung - Sear - . Dann ziehe ich den Stecker und reinige. Mit der praktischen Umsetzung des mitgelieferten gezahnten Reinigungsrakels scheitert der Hersteller bedauerlicherweise und erschwert die Reinigung der unteren Kontaktgrillplatte. Der Hersteller ist mit der Qualität des Reinigungsrakels gescheitert, ich scheitere dann zwangsläufig mit der erwünschten Reinigung gleich mit.

Bääh, das passt mir gar nicht.  

Die Rakelzähnchen sind so unpassend wie ein Kassengebiss beim Zahnarzt. Die Rakelzähnchen sind nicht auf das Profil der unteren Grillplatte zugeschnitten. Die Passgenauigkeit Rakelzähnchen zu unterer Grillplatte im Gegenlicht fotografiert. Das gibt kein befriedigendes Reinigungsergebnis. Die gezeigte Passungenauigkeit tritt bei exakt 90 Grad Position des Reinigungsrakels zur Grillplatte auf. Üblicherweise schabe ich mit Schräglage. Da hat es sich dann vollends erfolglos ausgerakelt. Frustrierend. 

 

reinigungsrakel

 

Mit derlei Handwerkszeug bekomme ich dauerhaft die "Störung" bei der Grillreinigung. Eine mittelharte Reinigungsbürste möchte ich nicht einsetzen, da bleibt das ganze Gefussel in der Bürste und die muss dann auch noch gereinigt werden. Nö, darauf habe ich keinen Bock. Die Abhilfe besteht im Nachfeilen der Rakelzähnchen. Oder im Verzicht auf dieses Reinigungsgerät und den Einsatz eines hölzernen Kochlöffels. Der garantiert nicht die erforderlichen 8 mm Durchmesser am Griffende aufweist [ die standardisierten 10 mm Durchmesser am Griffende eines Holzkochlöffels sind unpassend ]. Weshalb ich den vorhandenen Holzkochlöffel am Griffende mit Schleifpapier nachbearbeitet habe, um auf die optimalen 8 mm Durchmesser mit gerundeter Kuppe zu kommen. Ich erwäge ernsthaft, mir so ein Teil zuzulegen. Wenn der Hersteller sich ein paar lebendige Gedanken zur Grillplattenreinigung machen würde, könnte er seinen möglichen Kundenkreis schlagartig erweitern mit dieser Ansage: Holz[Bio-zertifiziert]Reinigungsstiele mit optimierter Reinigungsführung. Umweltschonend. Chemiefrei. Online nachbestellbar.

Jetzt reinige ich zwar nicht 6 Kontaktgrill-Rillen auf einen Schlag, sondern nur 1 Kontakgrill-Rille. Das aber perfekt, denn der geschickt am Kontaktgrill herstellermäßig angebrachte Auffangbehälter fängt das kochlöffelgeschabte Restmaterial auf. Ich schätze, dass ich regelmäßig den Kochlöffel "nachrunden" muss. Macht nix. Andere Mitmenschen stricken oder häkeln, ich forme halt HolzKochLöffelGriffEnden. Bekäme ich nun den Titel HKLGE M.Sc. ? Gewiss. Reinigungshorror beseitigt. Jetzt macht mir das Grillen rundum richtig Spaß.

 

holzlöffel

 

 

 


Tags: Fleischtemperatur

Drucken E-Mail

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok