hippo attacks xkcd 05.06.2021

Schriftarten, Belltower mit Amadeu Antonio Stiftung


22.10.2017 Heute will ich kleinlich sein. Linsenspaltermäßig bin ich unterwegs. Ich habe mir die Nachfolge-Webseite von <netz-gegen-nazis.de> angeguckt, die Webseite belltower.news und hier speziell die vom Betreiber, der legendenumwobenen Amadeu Antonio Stiftung, dargebotene Begründung für die Namensänderung der Webseite.

Sackramoscht, der gewaltig einherkommende Begründungstext hier im Original und mein klitzekleiner Auszug aus der Begründung für die Namensänderung als Screenshot.

  belltowernews namen

 

Sackramoscht, "Ein Watchblog mit Watchdog.....". Ich persönlich habe noch nie beobachten dürfen, dass ein Blog watchen kann. Watschen verteilen vielleicht, aber watchen? Und Watchdog kenne ich nur aus der IT. Hilfäääää. Der Watchdog:

Der Begriff Watchdog (englisch für Wachhund; auch WDC für Watchdog Counter genannt) wird verallgemeinert für eine Komponente eines Systems verwendet, die die Funktion anderer Komponenten überwacht. Wird dabei eine mögliche Fehlfunktion erkannt, so wird entweder dies gemäß Systemvereinbarung signalisiert oder eine geeignete Sprunganweisung eingeleitet, die das anstehende Problem bereinigt. Das Signal oder die Sprunganweisungen dienen unmittel- oder mittelbar als Auslöser für andere kooperierende Systemkomponenten, die das Problem lösen sollen.

Sackramoscht, so also sehen sich Zöglinge aus der Ecke der Amadeu Antonio Stiftung selbst? Als System-/Funktions- Controller? Das geht jetzt eindeutig zu weit, meine Damen und Herren von der Amadeu Antonio Stiftung. Bekanntermaßen hat ein System-/Funktions- Controller keine Scheuklappen auf und es ist demselben, im Gegensatz zur Amadeu Antonio Stiftung, völlig egal, ob da ein linksdrehender oder rechtsdrehender Chip außer Rand und Band gerät.

Den Watchdog könnt ihr in meinen Augen nicht für Euch in Anspruch nehmen. Bildlich gesprochen, kontrolliert in einem Computernetzteil der Amadeu-Antonio-Stiftungs-Watchdog nur die 12 Volt Versorgungsspannung und niemals die 3,3 Volt Versorgungsspannung.

Derlei gibt es nicht. Watchdogs haben keine Piratenklappe auf.

Sackramoscht, beim weiteren Lesen beschwappt mich unbändige Bedeutungsschwangerschaft mit " der mit der Bulldogge des Simplicissimus genauso spielt....". Wer Simplicissimus nicht augenblicklich auf dem Gedankenschirm hat, kann bei Wikipedia Grundsätzliches erfahren. Ob die Textersteller der Amadeu Antonio Stiftung bei dem von mir verlinkten Wikipedia-Artikel zum Simplicissimus bis zu dem unten unterstrichenen und herausgehobenen Absatz vorgedrungen sind? Ich werfe meine Zweifel in die Manege.

 

Im Nationalsozialismus (1933–1944)

Während der Tage der „Machtergreifung“, in der Nacht vom 10. auf den 11. März verwüstete die SA die Redaktionsräume. Nach massiver Bedrohung unterschrieben am 23. März 1933 die Teilhaber der GmbH eine Erklärung, dass das Blatt „künftig in streng nationalem Geiste verwaltet und geführt“ werden solle. „Jede Verächtlichmachung oder Verhöhnung sowie Karikatur der mit der heutigen Bewegung in irgendwelchem Zusammenhang stehenden Faktoren wird künftig auf das strengste vermieden werden.“[15] Und den Lesern wurde am 1. April erklärt, dass „die Zurücknahme des zeitweiligen Verbots unseres Blattes erfolgt ist, nachdem wir der Regierung gegenüber loyales Verhalten in bindender Form zugesagt haben. Hand in Hand damit ging eine Umstellung der Redaktion.“ Franz Schoenberner war umgehend aus Deutschland geflohen und auch Heine, der von den Nationalsozialisten – nicht zuletzt wegen seiner jüdischen Herkunft – am meisten gehasste Zeichner tauchte unter, um schließlich zu emigrieren. Den Verbliebenen gelang es, die Zeitschrift und damit zugleich ihre Lebensgrundlage zu retten, zum Preis, ihre bisherige Gesinnung aufzugeben. Erich Schilling zum Beispiel, vor 1933 in seinen Zeichnungen einer der glühenden Verächter der Nazis, wurde nun deren Propagandist.

Diese widerstandslose Gleichschaltung löste unter den Emigranten große Empörung aus. Am schärfsten hat dies Klaus Mann formuliert: „Von allen im Dritten Reich gedruckten Widrigkeiten ist mir die ‚satirische‘ Wochenschrift ‚Simplicissimus‘ der widrigsten eine. (…) da finden sich noch immer die alten Namen – die Karl Arnold, Olaf Gulbransson, Eduard Thöny, Erich Schilling, Wilhelm Schulz, sie sind alle noch da. Nur Th. Th. Heine fehlt, (…) von Prag und Brünn aus muss er sich gramvoll und beschämt mit ansehen, welche degoutante Gesinnungslumpereien seine früheren Freunde und Kollegen sich leisten.“[16]

Die folgenden zehn Jahre sind von braver Unterhaltung im Plauderton geprägt – die idyllische Lyrik wirkt angesichts der Verhältnisse grotesk –, aber der Simplicissimus blieb auch eine Insel für neutrale Künstler: Josef Hegenbarth und Alfred Kubin veröffentlichten hier bis in die letzten Jahrgänge hinein Zeichnungen, Wolfgang Borchert publizierte seine ersten Texte. Faszinierend sind auch die zahlreichen erotischen, an amerikanische Pin-Ups angelehnten Zeichnungen von Kurt Heiligenstaedt. Beliebt waren die Zeichnungen der Gulbransson-Schülerin Franziska Bilek und die humoristischen Gedichte Eugen Roths. Nur gelegentlich blitzte etwas wie Subversion auf, aber zu den Mechanismen der Zensur sind bislang auch keine Quellen entdeckt worden.

Am 13. September 1944 erschien die letzte Nummer mit einer sonderbaren ganzseitigen Zeichnung von Nückel, „Gespensterschlacht“,[17] auf der unkommentiert eine Ruine mit den Skeletten von Kriegern zu sehen ist. Eines schwenkt eine Piratenflagge – ein letzter Gruß des alten oppositionellen Simpl-Geistes, der unbeachtet in den Wirren des „totalen Krieges“ die Zensur passieren konnte. Gulbransson, Schilling, Schulz und Thöny lieferten hingegen nochmals reine Propagandazeichnungen. Zusammen mit den meisten Presseerzeugnissen wurde der Simplicissimus danach eingestellt.

 

Ich habe eine andere Erklärung anzubieten für die Bulldogge in Verbindung mit der verwendeten Schriftart für Artikel auf der Webseite <belltower.news>. Schriftarten auf Webseiten kann der willige Mozilla Firefox Nutzer beispielsweise mit dem Addon <Font Finder 0.1.8 von Andy Portmen>herausfinden. Ganz coole Sache. Das schaut dann im Ergebnis so aus und ergibt diese Schriftart/diesen Font: 

 

uppereastside

 

 

Mmmmh, was sagt mir jetzt UpperEastSide? Das hier. Jetzt ergibt die ganze Umbenennerei einen völlig anderen Sinn, wie ich finde. Die Bulldogge ist eine Vorgärtchen-Schutzhund-Einheit im besagten Stadtteil in NewYork. Ich zitiere aus dem besagten Wikipediaartikel:

<Zitatbeginn>Die Upper East Side wurde der reichen Bevölkerung wegen auch Silk Stocking District (Seidenstrümpfe-Stadtteil) genannt.</Zitatende>

Ach, so ist das also?

Seidenstrümpfe und Schneeflöckchen?

Gated Community?

Ach, wie interessant.

 

 

 

http://www.belltower.news/

https://de.wikipedia.org/wiki/Watchdog 

https://de.wikipedia.org/wiki/Simplicissimus

https://de.wikipedia.org/wiki/Upper_East_Side

https://www.fsh-info.de/feinstrumpf/seidenstrumpf.php

https://www.welt.de/vermischtes/article159946299/Die-verhaetschelten-Schneeflocken-und-ihre-Feinde.html

https://www.nzz.ch/international/deutschland-und-oesterreich/deutschlands-aelteste-gated-community-videokameras-bewegungsmelder-und-ein-wachmann-ld.10276


Tags: BildungsMurmeln

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