hippo attacks xkcd 05.06.2021

Wer weiß schon, wohin die Reise geht + Angsthasen plärren herum


02.11.2017 Der IC-Stahlwurm steht pünktlich an Bahnsteig 5 im Koblenzer HBf herum. Um 5Uhr45 besteige ich Waggon 4 und will mich auf einen Sitz werfen. Ein ziemlich kühles Lüftchen weht in Waggon 4 vor sich hin. Unangenehm. Nö, das empfinde ich als unangenehme Reisetemperatur. Will ich nicht. Vielleicht gibt es im nächsten Waggon angenehmere Temperaturen? Ich ziehe um, denn Waggon 5 verströmt eine angenehme Reisetemperatur. Wir verlassen den HBf und auf welchem Streckenabschnitt genau sich jetzt die klebrigen Verspätungsminütchen an den Stahlwurm geheftet haben, bekomme ich nicht mit. Die Mini-Serie, die ich mir gerade angucke, heißt - Big Little Lies - und Reese Witherspoon, Nicole Kidman sowie Shailene Woodley als Hauptdarstellerinnen spielen toll. Wir rumpeln mit 15 Minuten Verspätung in den Düsseldorfer HBf hinein. Der im Untergeschoss agierende lokale U-Bahn-Schubser hat heute morgen keine Pünktlichkeitsprobleme und ich kann meine Reise bequem fortsetzen.

Die Rückfahrt mit dem geplant um 17Uhr48 aus Düsseldorf HBf abdampfenden Stahlwurm wird im Vorfeld von vibrierenden Zusatzinformationen zum Reiseverlauf aufgehübscht. Das Bahnsteigdisplay verkündet, dass weder in Köln HBf noch in Bonn HBf gestoppt wird, um Fleischpäckchen ein- oder auszuladen, sondern die Sonderhalte Köln-Deutz sowie Bonn-Beuel angesteuert werden. Komplett entfallen laut Bahnsteigdisplay die Halte in Remagen und Andernach. Aha. 

Heute bin ich mit einem 1. Klasse Ticket inclusive Reservierung unterwegs. Das Ticket gab es im Zuge der Bahncard-Feiern des Gleisbeschickers DB mit Vergünstigung. Na denne, ich habe mal mitgespielt und teste heute die 1. Klasse im IC-Stahlwurm. Besagter Stahlwurm rollt mit ein paar Minuten Verspätung herein und der 1. Klasse-Waggon befindet sich direkt hinter der feuerroten Lokomotive, das 6-er-Abteil weist den reservierten Platz korrekt aus und ich nehme Platz auf den Polstern eines Wirtschaftswunderzeit-Zuges. Mattrote Bepolsterung, superkleine Klappbrettchen für die Fenstersitzplätze. Beinfreiheit ohne Ende und über den jeweiligen 3-er-Sitzreihen, aber unterhalb der Gepäckablagen über die gesamte Breite jeweils ein Spiegel. So weit so gut. Der Charme großbürgerlichen Reisens in den 60-er Jahren kriecht langsam aus dem Abteilboden hoch. Von oben aus dem Lautsprecherdurchsagesystem quäkt seit dem Betreten des Waggons die aufmerksamkeitsheischende Stimme eines Bahnmitarbeiters. Was der Mitarbeiter verkündet? Daß dieser IC-Stahlwurm weder in Köln-Deutz noch in Köln-HBf, aber in Bonn HBf sowie Remagen und Andernach halten wird. Und natürlich rollt die Zusatzmitteilung rüber, daß in diesem Zugverband die Karten des Regionalverkehrs nicht gültig sind.

Echt mal jetzt. Wo hält dieser IC-Stahlwurm jetzt wirklich? Weiß der Lokführer wenigstens, wann genau er auf die Bremse treten muss?

Ich luge nach draußen auf das Bahnsteigdisplay und dort "läuft" die entgegengesetzte Information zur Durchsage über die Haltepunkte immer noch durch das Display durch.

Echt mal jetzt. Wird der Gleisbeschicker zum Casino-lass-die-Kugel-über-den-Tisch-rollen-irgendwo-landet-die-Kugel-bestimmt-Hasardeur? Was sollen denn unsere ausländischen reisenden Gäste über eine solche Informationsgestaltung denken?

Natürlich schwebt kein zweibeiniger Mitarbeiter in der "Beladungsphase" dieses Stahlwurms in greifbarer/ansprechbarer Nähe herum. Fragen stellen stellt sich als unmöglich heraus.

Schon während des aus dem Bahnhof Herausrollens quietscht und "rangst" es unterhalb des Abteilbodens herzzerreißend herum. Wie es sich gehört, vibriert der Waggon ziemlich herum. Vibrieren und ein gaaanz leichtes Schlingern zeichnet die ganze Fahrt aus. Insgesamt fühlt sich der Bewegungsablauf dieser Fahrt so an, als würde der zornige Papa den ungezogenen Sohn an den Ohren hinter sich herziehen. Ich spüre förmlich die ungefetteten, gar verbogenenen mechanischen Elemente im Unterboden des Waggons. Urgewalten. Ob wir überhaupt unbeschadet meinen Zielbahnhof erreichen können? Urgewalten mit herzzerreißender Geräuschentwicklung. Wir halten tatsächlich in Bonn HBf und den Nachfolgebahnhöfen Remagen und Andernach, bevor wir in Koblenz aufschlagen. Mit satten 20 Minuten Verspätung. 

Mein Resümee zum 1. Klasse-Fahren: Brauche ich nicht mehr. Werde ich auf diesem Streckenabschnitt nicht mehr ausprobieren. Auf den 1. Klasse-Waggon direkt hinter einer feuerroten Lokomotive verzichte ich zukünftig gerne. Ich erkenne keinen Mehrwert für mich im Vergleich zur 2. Klasse. Möglicherweise problematische Mitfahrer finden sich in beiden Transportklassen. Unausweichlich.

Auf wen/was ich in Zukunft ebenfalls gerne verzichten werde, kristallisiert sich gerade ein bißchen intensiver heraus. Offensichtlich angsthasige Mitmenschen, in diesem Zusammenhang zu Recht Betroffenheitshilflose genannt, aus dem öffentlich-rechtlichen Medienumfeld haben eine Erklärung veröffentlicht. Die Frankfurter Erklärung. Herr Danisch hat sich bereits intensiv dem Thema gewidmet. Hier und hier.

Sollte dieses Machwerk, diese Frankfurter Erklärung, kein Fake sein, dann sieht es ziemlich schlimm aus im Öffentlich-Rechtlichen Informationswesen. Mit der Gefühlswelt der Betroffenheitshilflosen.

<Zitatbeginn Frankfurter Erklärung>

Entsprechende Vorwürfe seien „völlig abwegig“, so die Unterzeichner. „Wir fragen uns, warum Sie mit solchen Äußerungen unsere Arbeit verunglimpfen und sich damit selbst in die Nähe von Rechtspopulisten stellen.“

</Zitatende Frankfurter Erklärung>

Seltsame Schlussfolgerung: Wer andere verunglimpft, rückt sich damit selbst in die Nähe von Rechtspopulisten. Welche eine qualitativ unschlüssige Schlussfolgerung. Wie deprimierend schlicht. Kommt diese Schlussfolgerung direkt von Agitproptypen?

Agathe hilf. Pflegen die Unterzeichner in der Frankfurter Erklärung etwa innige Verbindungen zur Amadeu Antonio Stiftung? Diesen vorgeblichen Jägern der Rechten? Diesen selbsternannten staatsfinanzierten "Sauberleutchen" mit sachkundiger Hilfe durch Annetta Kahane?

Oh nein, kommt zusammen, was nicht zusammengehören darf? Die Öffentlich-Rechtlichen, deren Finanzierung durch die GEZ-Zwangsabgabe gewährleistet wird und die mit politisch Deportierten/Importierten in welcher Funktion auch immer befüllt werden, im geistigen und Handlungsverbund mit den Spaltpilzen der Amadeu Antonio Stiftung?

Oh nein.

Die Faktencheckergeschichte der ARD ging mir schon in der Einführungsphase gewaltig auf den Zeiger, da ich den Eindruck hatte, daß die Öffentlich-Rechtlichen damit einen hübschen Showeffekt erzielen wollten. Während der aufmerksame Beobachter eher den Eindruck gewann, daß mit der Faktencheckergeschichte das bisher geltende Geschäftsmodell der Berichterstattung schlicht in ein Klo gespült wurde/werden sollte? Ganz nach dem Motto: Hau wech den Scheiß. Weg mit, damit es bloß keiner mehr sieht? Den Scheiß, der bis zum Start des Faktencheckerwesens geliefert wurde, wollten die in ein Klo spülen? Ok, unsichtbar ist das Entsorgte dann, aber dieser Geruuuuch?

Jo meih.

Ich komme mir vor wie bei den Muppets. Frosch Kermit mit Waldorf und Statler, den zwei ewig nörgelnden Theaterbalkonbewohnern, beide Theaterbalkonbewohner natürlich ohne jede Ähnlichkeit mit Führungspersönlichkeiten des Öffentlich-Rechtlichen Betriebes.

Zum Wochenende ein Trostlied von und mit Christian Anders. Es fährt ein Zug nach Nirgendwo aus dem Jahr 1972. 

 

 

 

Für die Unterzeichner der Frankfurter Erklärung, so diese Erklärung kein Fake ist, empfehle ich den Ausflug zu den sieben Brücken mit Peter Maffay. Allen Ernstes!

 

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Agitprop

https://www.welt.de/kultur/medien/article170247366/ARD-und-ZDF-Journalisten-wehren-sich-mit-Frankfurter-Erklaerung.html#Comments

http://www.danisch.de/blog/2017/11/03/blamabel-die-frankfurter-erklaerung-von-ard-und-zdf/#more-20268

http://www.danisch.de/blog/2017/11/03/ist-die-frankfurter-erklaerung-gelogen/#more-20285

http://faktenfinder.tagesschau.de/

https://www.youtube.com/watch?v=HYnotUA4p1E

https://www.youtube.com/watch?v=gyPNRNTSbmo


 

Tags: Bahnunwesen, Bildungsapathie

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