hippo attacks xkcd 05.06.2021

Gleismarodieren + sprachliche Verhebung bei welt-online [Pfadfindergemurmel]


07.11.2017 Beeindruckend frisch kommen die Temperaturen heute morgen um 5Uhr40 rüber. Eindeutig kein sommerliches Flair mehr. Die Weicheneinfrierzeit oder einfach nur Schneeflöckchen-kommt-runter-Zeit steht vor dem Gleisbeschicker DB wie eine Drohung herum. Mal sehen, ob das Management das Jahr 2017 sinnvoll strategisch genutzt hat. Beim Weichensystem und natürlich auch bei den vor winterlichen Temperaturen bibbernden ältlichen Klimaanlagen. Der nahende Winter als Grufti-Schreck im Gleisbeschickerfeld. Der geplant um 06Uhr05 an Bahnsteig 5 abrollende IC-Stahlwurm treibt sich offensichtlich noch im Rangiergelände herum. Ahja, da wird er jetzt langsam an den Bahnsteig herangeschubst. Ohne den von mir nie vermissten Waggon 14 heute und nur bis zum Bahnhof in Stralsund unterwegs. Immerhin ist Waggon 4 wohlbeheizt und, nein, ich fasse es nicht, die matt glimmenden Reservierungsanzeigen zeigen reale Bahnhöfe/Haltestellen an. Das ganzjährig so oft schlecht behandelte Reservierungscomputerchen hat heute morgen eine funktionierende Diskette mit den Reservierungsdaten erhalten. Hey, Glückwunsch. Ich freue mich für dich, du Reservierungscomputerchen.

Ein spähender Blick auf die Bahnhofsuhr verrät mir, daß die Fleischpäckchen in diesem Stahlwurm keinesfalls pünktlich losgerollert werden. Der im einzigen im HBf Koblenz um diese Uhrzeit geöffneten Backshop mit angeschlossener Kaffeemaschine gekaufte Milchkaffee sowie die Buttercroissants strahlen keine Heiterkeit aus. In den Milchkaffee haben sich verzweifelt herumirrende Kaffeebohnenmoleküle verirrt, um zumindest die Farbe von Kaffee erzeugen zu können und die Buttercroissants blinzeln mich traurig an. So geknätscht und ungebacken erscheinen sie mir. Irgendwie traurig unknusprig. Kein Vergleich mit den leckeren Buttercroissants von Le Crobag. Wer in einem Bahnhof eine Le Crobag Filiale erspäht, kann nach meiner Erfahrung bedenkenlos zugreifen. Nicht nur bei den Buttercroissants. Das Parmesan-Rucola-Baguette ist ein schmackofaz-Genuss-Erlebnis.

Das Gleisbeschickermotto, passend auch zu dieser Jahreszeit: Ob Schnee, ob Laub, ob Wind, immer wieder mangelt es dem Gleisbefahrerkind. Und ist die Weiche wieder mal defekt, ist die Pünktlichkeit gleich mit verreckt.  

Bei der Ankunft in der Gleisdrehscheibe Köln HBf notiere ich 15 Minuten Verspätung. Bei der Abfahrt in Richtung Düsseldorf notiere ich bereits schlappe 20 Minuten Verspätung. Begründungen? Angeblich soll auf dem Streckenabschnitt kurz vor Bonn ein verspätet vor sich hinrollender Zug vor uns die Ursache gewesen sein. Ob dieser Verspätungswurm konstant vor uns auf der Strecke rollern wird? Wer weiß das schon? Das Lautsprecherdurchsagesystem schweigt beharrlich. Dafür fiept der Verspätungsalarm über die Mailbox herein und verkündet "10 Minuten Verspätung" sowie "Ermittelt um 7Uhr15". Dieser mir sattsam bekannte lockere Umgang mit den Zeitelementen [ lass uns locker bleiben, Django, was sind 10 Minuten mehr auf dem Verspätungstickerchen? Chill mal ein bißchen..... ] stimmt mich heute morgen nicht fröhlich.

Die Rückfahrt mit dem 17Uhr50 IC-Stahlwurm verzögert sich um 12 Minuten. Da mag die Einfahrtverzögerung von 5 Minütchen noch entspannt erscheinen, wir vertrödeln ein bisschen Zeit im Dösezustand an Bahnsteig 16. Vielleicht erhalten wir keine Abfahrgenehmigung? Auch heute wieder ein haltestellenverkürzter Ritt nach Koblenz. Immerhin quakt aus dem Lautsprecherdurchsagesystem die wiederholte Mitteilung, dass dieser Stahlwurm weder in Köln HBf noch in Köln-Deutz halten wird. Die unglücklichen Fleischpäckchen, die nach Kölle möchten, können immerhin wenige Minuten später mit einem GruselRE dorthin gelangen. Immerhin.  

Das mit der Wärme in den 6-er Abteilen eines Stahlwaggons, welcher schon Milliarden von Kilometern auf den Gleisen bewältigen durfte, klappt nur stoßweise bei Bremsmanövern des Zuges. Während der gleitenden Fahrt huschelt lediglich leicht angewärmte Lau-Flau-Luft aus den Stahlschlitzen. Angeblich die ideale Temperatur, um gesund zu bleiben als ÖPNV-nutzendes  Fleischpäckchen, sofern die Erzählungen der Mediziner zutreffen, dass allzu warme Luft die bösen bösen Baktis und Viris schneller von Mensch zu Mensch transportiert. Uuuuh. Ich will das mal glauben. Im Vergleich zur Bierdose gewinnt wärmetechnisch die Temperatur im 6-er-Abteil.

Wir gleiten. Wir schleichen. Wir raupen. Wir pausieren. Wir rumpeln mit unentspannenden 28 Minuten Verspätung in den HBf Koblenz rein.

08.11.2017 Um 6Uhr41 startet ein IC-Stahlwurm im HBf Koblenz. Nicht wie vor längerer Zeit rollt ein nagelneuer zweistöckiger IC2 an Bahnsteig 5 heran, nein, ein Oldsmobile rollt heran. Waggonmixerung mit modernem Großraum sowie steinalt mit den offenen 5-er Sitzgruppen im damaligen ersten Versuch des Großraumwaggondesigns. Der zweite Waggon nach der Lok rollert schon sehr lange auf den Gleisen herum, wenngleich die Sitzgarnituren noch nicht so verschrabbelt sind wie die Sitzgarnituren im gestrigen 6-er Abteil dieses Zuges, als er von Düsseldorf nach Koblenz rollte. Genau dieser Zugverband hat mich gestern nach Hause transportiert, dann irgendwo auf dem Gleisgelände in Koblenz übernachtet und wird mich heute morgen nach Düsseldorf transportieren. Hoffentlich. Der reichlich nasse sowie kühle Morgen hat noch keinen Verantwortlichen im Zug dazu überreden können, die Heizung ein "bißchen" hochzudrehen. Ein wasserdichtes Dach immerhin hat dieser Waggon. Es geht pünktlich los und wegen aktiver Bauarbeiten hält dieser Zug nicht in Köln HBf. Dafür stoppen wir unerwartet nach erfolgreichen 60 Sekunden Fahrt. Zwangspäuschen. Vielleicht bekommt der Lokführer ein Tässchen Tee rübergereicht? Das Fahrgleis vor uns könnte doch wider Erwarten besetzt sein? Eine Alarmlampe über die nichtfunktionierende Heizung glimmt im Diskotakt vor sich hin? Was geht ab?  

Wir rollern weiter. Die freundliche Fahrkartenkontrolleurin der gestrigen Rückfahrt checkt meine Fahrkarte auch heute morgen. Und fragt verdutzt nach, ob ich nicht gestern auch schon von ihr kontrolliert worden sei. Yeap, ich bestätige. Gutes Erinnerungsvermögen hat sie ja.

Diese Fahrt entwickelt sich zum Fiasko für die reisenden Fleischpäckchen. Bis in das Umfeld von Köln haben wir bereits 15 Minuten Verspätung erarbeitet und im Umfahrungsgleisgewirre von Köln ist ein Güterzug auf dem Streckenabschnitt liegen geblieben. Das Lautsprecherdurchsagesystem verkündet, daß wir über den Haltepunkt/Bahnhof Neuss nach Düsseldorf fahren werden und die prognostizierte Verspätung bei 40 Minuten liegen wird. Um den verirrten Fleischpäckchen einen Gefallen zu tun, die des Fahrplanlesens nicht mächtig in Bonn zugestiegen sind sowie dem Reiseziel Köln HBf, wird nicht um Neuss herumgefahren, sondern außerplanmäßig dort auch gehalten. Dann können die verirrten Fleischpäckchen den Ritt nach Köln HBf von Neuss aus antreten. Die Uhr zeigt 8Uhr40 an, wir stehen auf freiem Gelände herum. Noch sind wir nicht vom Gleis heruntergefallen. Wo genau dieser Zug sich befindet? Wer informiert die Fleischpäckchen? Während der vergangenen 120 Minuten Fahrtzeit hat sich noch kein verantwortlicher Mitarbeiter des Gleisbeschickers dazu bekehren lassen, die Heizung hochzudrehen. Das bedeutet, daß beim Fahren (eher ein Stop-and-Go-Getrödel) ein mikrobizzele Wärme aus den Stahllamellen herauswabert und bei den vielen bisherigen Streckenstops gleich gar nix mehr herauswabert. Warum? Der Gleisbeschicker spart beim Energieverbrauch und beim Nicht-fahr-Zustand stellen die in meinen Augen die Lokomotive auf Stand-By-Betrieb. Der Rest ist denen scheißegal.

Weiah, weiah. Und der Verspätungsalarm per Mail sieht dann herzerfrischend aus. Um 08Uhr11 wird mir ein Gleiswechsel! mitgeteilt. Sackramoscht, ich sehe hier gepeilte 15 Bahngleise. Ich könnte sogar beginnen, die Weichen zu zählen angesichts des ruhenden Stahlverbandes.

 

gleiswechselnov17

 

Ah, ein Informationskrümelchen wabert über das Lautsprecherdurchsagesystem, welches verkündet, daß wir auf Grund der belegten Gleise vor uns verzögert in den Bahnhof/Haltepunkt Neuss einfahren werden. Immerhin, nach 2 Stunden Fahrtzeit kommen wir langsam in die Nähe von Düsseldorf. Die reguläre Fahrtzeit beträgt 90 Minuten, aber Papierfahrpläne sind sehr geduldig. Ob die reisenden Fleischpäckchen auch geduldig sind, vermag ich nicht zu beurteilen. Geduldet wäre der treffendere Begriff. Geduldet vom Gleisbeschicker in irgendeinem Stahlwaggon als Kunde-geh-mir-nicht-auf-den-Zeiger-halts-Maul-wichtig-ist-mein-Bonus-bei-der-Energiebilanz.

Ankunft um 9Uhr05 statt 08Uhr09 in Düsseldorf HBf. 56 Minuten zusätzlich wurden wir Fleischpäckchen auf den Gleisen verparkt und rumgeschoben. Weiah, weiah.

Die Rückfahrt mit dem 17Uhr50 IC-Stahlwurm verzögert sich um 5 Minuten. Kein Beinbruch. Das Bahnsteigdisplay weist Köln-Deutz als Ersatz für den HBf Köln aus. Was nach dem Besteigen eines Oldsmobile-Waggons im hinteren Zugbereich durch die energisch klingende Lautsprecherdurchsagesystemstimme sofort dementiert wird. Kein Halt vor und kein Halt in Köln und statt des avisierten Ersatzhaltes in Bonn-Beuel wird es wohl Bonn HBf.

Diese Baustellen fallen doch nicht von gestern auf heute vom Himmel, das sind langfristig geplante Baustellentermine. Weshalb schafft es die Gleisbeschicker-IT nicht, die Bahnsteigdisplay-Inhalte korrekt auf den Fahrtverlauf abzubilden? Was ist daran so schwer? Wenn es der Lokführer weiß, warum nicht die Bahnhofsleitung beziehungsweise die Zentrale IT, die für das gesamte Streckennetz den Vollüberblick hat? Meine Vermutung: langsam still und leise gestorbenes Qualitätsmanagement. Oder ein dermaßen leise vor sich hin flüsterndes Qualitätsmanagement, so daß es keiner mehr wahr nimmt. Oder das glatte Gegenteil: Buchstabengetreues linsenspaltermäßig (fast schon molekulares) Qualitätsmanagement mit der Folge, daß ein jeder nur noch sein Mikrosegment pflegt und hegt und der Ausfall von umgebenden Mikrosegmenten schlicht ignoriert wird.

Mit plus 8 Minuten rumpeln wir in den HBf Koblenz ein.

09.11.2017 Das Geschenkabo für welt-online muss ich heute mal wieder nutzen. Jenes Geschenkabo mit einer Laufzeit von 12 Monaten für Null Umme, um die Artikel im Inneren des Qualitätsblattes lesen zu dürfen. Eines dieser lieblichen + Plus-Angebote, die durch und über das Land gestreut werden. Zugegebenermaßen mit einer sauberen Abwicklung bezüglich des Abo-Endzeitpunktes. Keine weitere Aktion notwendig. Nicht dieses Lotterspiel beim Gleisbeschicker, der die Automatik beim Verlängern von Jahreskarten einfach drinne hat und wenn der mögliche Kündigungstermin naht, keine Erinnerungsmail zum Kunden schickt. Das Bauen auf die Vergesslichkeit. Der Anderen.

Gut, ich kurve heute morgen auf die Webseite der Welt. Beim Betrachten des Aufmacherartikels beschließe ich, nur den Anreißer zur Kenntnis zu nehmen und die Webseite nach unten durchzuscrollen.

"Die Nacht der langen Messer". Derlei Übertreibungen müssen wohl sein. Wer wissen will, was es mit der Nacht der langen Messer und hier dann mit der Reichskristallnacht auf sich hat, schwebt zu Wikipedia und wählt dort den dritten Listenpunkt von oben. Wieso ist sind die Stunden des 09.11. sowie des 10.11. eigentlich keine Gedenktage? Welchen intellektuellen Tiefgang besitzt ein Artiikelschreiber wohl, der die "Jamaika-Verhandlungen-2017", dieses lächerliche anmutende Mein-Vorteil-dein-Nachteil-ich-will-meinen-Koffer-meinen-Carport-Spielchen sich erstmalig/wiederholt etablierender Möchtegern-Bestimmer auf dem Weg zur Regierungsbildung, mit wirklich bedeutenden, gar schrecklichen Ereignissen in einen Topf schmeißt?

Diese Verhandlungsspielchen derer, die mit den weltberühmten Scheuklappen dieses Herstellers ausgestattet, sich tagein, tagaus vor jede sich bietende Kamera werfen, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Geheimpapier, pffffh, wo bleibt das Selbstverständnis/das Transparentverhalten der im Auftrag des Souveräns Agierenden? Wozu ein oder mehrere Geheimpapier/e? Pfffh.

Wichtigtuer.  

Wer um Herr-wirf-Hirn-vom-Himmel-Willen hämmert sich derartige Aufmacher aus der Tastatur?  

Ein sensationsheischender Artikelschreiber?

 

nachtderlangenmesser

 

Und nach dem obigen Aufmacher [ welcher zwischenzeitlich in die Mitte der Webseite gerutscht wurde ] kommt es ganz flockig rüber mit einem Artikel zu Steueroasen. Klar doch, da ist die Bezeichnung "böse" der richtige Begriff. Für 6. Klässler eventuell. Für erwachsene Leser auch? Mein Tip: Ersetzt "böse" durch "schädlich". Wir sind bei diesem Thema wahrlich nicht im Wald bei einer Pfadfinderwochenendübung und die böse Klara hat dem lieben Max [ könnte natürlich genau umgekehrt sein ] die in Aluminium gehüllte Kartoffel für das Grillabenteuer doch nicht weggenommen. Wie der Fähnlein-Fieselschweif-Leiter freudig verkündet. 

Echt nicht.

 

 

bösesteueroasen2017

 

 

 

 

 


Tags: Bahnunwesen

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