Bremsprüfungen, Plitsch Platsch + Back to the roots? [ Aktualisierung]


10.03.2016 Frühmorgens schiebt sich der IC Richtung Düsseldorf aus dem Bahnhof Koblenz. Die Lautsprecherdurchsage verkündet, dass Wagen 4 und Wagen 12 heute fehlen. In Köln wird der Irrtum bemerkt und aus Wagen 4 wird Wagen 5. Immerhin hatten die Fahrgäste bis Köln ausreichend Zeit, durch den Zugverband nach den reservierten Plätzen zu suchen. Erhöhte Bewegung erforderlich, ein älterer Mitbürger mit wuchtigem Rollkoffer möchte ich aber bei der Aktion nicht sein. Manchmal sind die kontrollierenden Mitarbeiter auf geradezu mysteriöse Art und Weise verschwunden. Unauffindbar, nicht mal KaffeeschlürfGeräusche könnten den Weg weisen. 

Auf der Rückfahrt mit dem ICE spätnachmittags wird der erste Teilabschnitt Düsseldorf - Köln mit der Präsenz  einer außergewöhnlich freundlichen Mitarbeiterin erleuchtet. Wahrlich erleuchtet. Toll. Weniger toll ist der verspätete IC ab Köln Richtung Koblenz. Warum dieser Zugverband regelmäßig 10 - 15 Minuten Verspätung erreicht, bleibt mir verborgen. Keine weiteren Vorkommnisse.

15.03.2016 06Uhr05 Abfahrt in Koblenz und heute wohnen die Erste-Klasse-Waggons im vorderen Zugsegment. Zwei  2. Klasse-Waggons direkt hinter der Lok suchen nach den 2. Klasse-Kameraden.  Immerhin pünktliche Ankunft in Düsseldorf. Die Rückfahrt entpuppt sich als Verkettung unglücklicher Abläufe. Die U-Bahn hat den Takt verloren und rumpelt mit 25 Minuten Verspätung an. Damit ist der ICE um 17Uhr27 nicht mehr erreichbar. Meine klitzekleine Resthoffnung, den 17Uhr49 zu erreichen, erledigt sich beim Spähen in die Bahn-App. 60 Minuten Verzögerung wegen einer Bombenentschärfung, prächtig. Also auf in den immer prallgefüllten RE5 mit Abfahrt 17Uhr58. Stehplatz bis Köln, danach ein Plätzchen für das mobile Filmvergnügen. Heute im Programm Captain America2 -The Return of the first Avenger 2014. Der Film lenkt mich von dem Nerverlebnis des streckenweise vor sich hinzuckelnden RE 5 ab. Ankunft Koblenz 19Uhr50. Das gibt ein weiteres Nädelchen für das Pendlerehrennadelkissen. Hin- und Rückfahrt gesamt 5 Stunden 35 Minuten.

17.03.2016 Der IC rumpelt an Gleis 5 um 5Uhr50 ein. Und wird so geparkt, dass die Lok genau dort zum Stehen kommt, wo normalerweise Wagen 6 steht. Ohohoh. Die Fahrgäste, heute zahlreich wegen der Ostervorurlaubszeit vorhanden, rütteln an den Türen. Keine Reaktion. So steht das Teil mal einfach so rum. Einfach so verschlossen. Muss ja einen Grund hierfür geben und die mögliche Auflösung für die knast-invertierte Zugverbandssituation bewegt sich mittelmählich schnell auf zwei Beinen um 5Uhr57 in Richtung Lokomotive. [knast-invertiert deshalb, weil im Knast normalerweise die Insassen "drinnen" sind, heute morgen aber alle Fahrgäste erst Mal draußen sind und im Gegensatz zu Goldkettchen-Gerd, der damals am Stahltor des Bundeskanzleramtes herumrüttelte, NICHT in den Palast, pardon die Stahlschlange kommen könnten]. Es ist der Lokführer. Weiah!! Ich bin kurz davor, Beifall zu klatschen.

Hoffnung keimt gerade bei den Fahrgästen auf, erneutes Rütteln an den Türen alternativ leicht genervtes Drücken der Türöffnertaste - Farbe grün - .  Hilft alles nicht. Zug bleibt verschlossen. Obacht, es tut sich was, der Zug beginnt Richtung Norden anzurollen. Wie anzurollen, was bitte soll das denn, ohne Fahrgäste? Der Zug rollt gemächlich Richtung Norden und ich will schon wieder kehrtmachen und nach Hause fahren, als mich der deutlich hörbare Bremsvorgang innehalten lässt. Rumdrehen in Richtung Zugspitze und, hey, die Stahlschlange steht wieder. Der Lokführer scheint erkannt zu haben, dass es nicht sinnvoll ist, mit Waggons außerhalb des Bahngleiseinsteigebereichs zu parken. Rechtzeitig gestoppt.

Der Auftrieb am Bahnsteig zu der jeweilig neuen Waggonposition lässt mächtig Wallung aufkommen. Hubertus, eben standen wir doch vor Waggon 8, das ist jetzt aber Waggon 12, kräht Eva-Maria los. Hubertus, wir müssen nach vorne! Hubertus, tu doch was! Hubertus telefoniert mit Bert, der wiederum Striezel kontaktiert. Gottseidank sollte Striezel heute zum Sicherheitskongress mitfahren und da Striezel nach dem Aufwachen ein unrundes Bauchgefühl hatte [Problemlöser haben ja sehr oft Bauchgefühle, ab und zu werden Problemlöser auch als Visionäre wahrgenommen] , hatte er an diesem Morgen weit vor der Zeit die Elektrohunde an den Bahnhof beordert. Die turnten schon am Südgleis herum und halfen sofort, die Koffer von Eva-Maria und Hubertus zum richtigen Waggon 8 zu schieben. Aufregung pur. 

Kleinartistik des Lokführers? Bisschen rangieren wollen wie zu Hause auf der Märklineisenbahn?  Wahlweise Fleischmann? Oder hat der verantwortungsvolle Lokführer einfach nur seinen Job gemacht und hat die vorgeschriebenen Sicherheitsüberprüfungen absolviert, weil ihn eine Fehlermeldung vom Vorgänger-Lokführer erreicht hat? Könnte doch sein.

Vor meinem geistigen Auge blitzt die Berichterstattung über den neu zu bauenden Stuttgarter Hauptbahnhof auf. Das Betonungetüm, welches die DB da aus/ in dem/den Boden baut/rammt, darf sich gemäß Vorschriften der Eisenbahnbundesverwaltung nicht einmal Bahnhof nennen. Echt, darf es nicht. Warum? Weil der neu zu bauende Stuttgarter Hauptbahnhof mit einer solchen Schräglage zusammengebastelt wird, dass die von Lokführern vor Erst-Anfahrt vorzunehmende Bremsfunktionsprüfung nicht am Bahngleis in Stuttgart vorgenommen werden kann, ansonsten würde in Stuttgart der Zugverband bei geöffneten Bremsen wegrollen. Wegrollspielchen auf dem Gleis. Hunderte Tonnen Stahl rollen dann mählich in die eine oder die andere Richtung. Wegrollen, so wie die Kinderwagen in Zukunft auf den Bahnsteigen. Trotz der besonders gestalteten, hier geriffelten, Bodenplatten auf den Bahnsteigen. Der Bodenbelag (so was ähnliches wie in Gastronomieküchen - holla die Rutsch-gefahr -) soll den Kinderwagen dann bei der Schräglage nicht allzu sehr in Fahrt kommen lassen. Damit Mami oder Papi oder Onkel oder Tante das soft wegrollende Baby noch "einfangen" können. Das Teil, der neue Stuttgarter Hauptbahnhof, darf sich tatsächlich nur Haltestelle nennen. Und hieraus ergibt sich, dass die vorgeschriebene Bremsprüfung durch den Lokführer an einem anderen Ort vor Erst-Anfahrt des Zuges (A nach B) vorgenommen werden muss. Laut der Berichterstattung, die ich letztes Jahr lesen konnte, müssen vor Erst-Anfahrt eines Zugverbandes die Lokführer den Zug in Stuttgart auf ein deutlich weiter gelegenes Rangierareal fahren. Bremsprüfung vornehmen, QM-Prozess erfüllen, dann Einfahrt in den Bahnhof, pardon die Haltestelle, und die Fahrgäste aufnehmen. Auffi geht es. Schnurr ab, du kleiner Zugverband aus der Wirtschaftswunderzeit, rolle aus dem High-Tech-Bahnhof, patsch, der High-Tech-Haltestelle. Geil.

Ich sehe schon die ersten Wurfanker oder gar die mobilen Bremsblöckchen im Verleih auf diesem Bahn...., quatsch auf dieser Haltestelle entstehen. Wirtschaftsankurbelung. Und das Haltestellenprojekt hat der unselige Trupp von Provinzpolitikern und Bundespolitikluschen zu verantworten. Ganz besonders hervorzuheben sind in dem Zusammenhang die "Abgeschobenen" aus Berlin in Richtung DB. Diverse Chefs der DB sollen unter Anderem auch von Daimler-Benz auf DB-Führungspositionen entsorgt worden sein. So wird gemunkelt, geflüstert, getuschelt, geflurfunkt. Fleissig verballerten und verballern die "Abgeschobenen"  die Staatsgelder bzw. nahmen und nehmen die noch auf Depot liegenden Abrufgelder nicht in Anspruch. Planungs- und Fachkräftemangel angeblich. Gaaanz großes Kino. Provinzkino wie in Mecklenburg-Vorpommern rechts hinter dem Schafstall. Määääääh-Määääh-Määääh. Das Kino hat acht Sitzplätze, Schweissfüsse und Salzletten im Angebot. Nach der Kinovorstellung dürfen die Dorfkurtisanen noch mitmischen. Keine Qualitätsvertreterinnen wie diese Frau, sondern die gaaaaaanz Schlichten. Passt.  Plitsch Patsch, sind die Milliarden der Bürger wech. Für immer. Aber alles rollt. Im buchstäblichen Sinne.  

Zurück zur StuttgartHaltestelle. Die Kinderwagenhersteller springen garantiert rechtzeitig auf den, hach was Wortspielchen, rollenden Zug auf und liefern Kinderwagen mit App-bedienbaren elektrischen Bremsen. Da lässt sich eine ganze Modellreihe draus basteln. Die elitären Grünen aus dem Wohlfühlwohnviertel verfügen dann über Kinderwagen mit IOS-ANDROID-kompatiblen und fernsteuerbaren Bremsblöckchen aus Biokautschuk + Biostahl. Das Empfängermodul für die Bremsblöckchen natürlich mit Solaraufladung zur Speisung der OnBoard-Bio-Batterie. Nur das Beste vom Feinsten.

Die Fahrgäste sind jetzt drin im IC mit Abfahrt 06Uhr05 Koblenz. Es begrüßt die Fahrgäste wieder mal das eisige Windchen in den Abteilen. Oh Mann, gibt es in den Lokomotiven denn keinen einfachen Hebel für die Umschaltung der Heiz/ Klimaanlage? Beschriftung ganz schlicht: Hebel links  - Fahrt mit Wiesenhofhühnchen oder - Hebel rechts - Fahrt mit menschlichen Zweibeinern - ? Ist die Beschriftung verschwunden oder gibt es gar den Hebel nicht? Grauslich.

Was unterscheidet bei der DB eigentlich den Fleischtransport vom Menschentransport? Locker flockig beantworte ich das.

Erstens: Wiesenhofhühnchen [können auch Tönnies-Schweine sein] werden im Gegensatz zu den Menschlein nicht auf Fahrausweise hin kontrolliert.

Zweitens: Wiesenhofhühnchen [können auch Tönnies-Schweine sein] bekommen nicht die Durchsage des Lokführers zu hören, dass der ReservierungsDiskettenLadHochInDenHauptspeicherComputer massive Startprobleme hat. Startprobleme? Prima, also schlicht keine Reservierungsanzeige verfügbar.

Drittens: Wiesenhofhühnchen [können auch Tönnies-Schweine sein] können sich nicht beschweren.

Und die Gemeinsamkeiten?

Menschliche Zweibeiner UND Wiesenhofhühnchen [können auch Tönnies-Schweine sein] frieren. Gack, grunz. Bääh.Wäääh.

Der neueste Hit der Empfehlungen zum Vermeiden von Schadsoftwarebefall eines Firmenrechners (PeehCeeh) kommt aus dem Bundesland der unbegrenzten Möglichkeiten, hier dem Bundesland mit der überraschenderweise die-Wahl-habe-ich-dank-Einsatz-der-Partei-und-der-Argumente wiedergewählten Ministerpräsidentin. Das Highlight der ministerialen Vorgabe besteht, tuschel tuschel Flurfunk, im strikten Verbot, in eingehenden Mails einen Link anzuklicken. Geschweige denn, den Absender darüber zu informieren, dass die Mail nicht ordnungsgemäß bearbeitet werden wird. Nein. Nein, das tue ich nicht. Nein, nein. Bäääh.  Gefahr, Verdruss, Fieses könnte dahinter (hinter dem Link) hausen. Formal richtig. Wird leider ausnahmslos auch für alle Absender einer Mail so gehandhabt, welche den entsprechenden Link unmittelbar zuvor angekündigt haben UND der entsprechenden Dienststelle seit Jahren bekannt sind. Betrifft auch die https-Seiten der Firma Microsoft, welche zum VolumeLicenseCenter führen. Grandios, wenn genau der Link in einer zuvor angelieferten Exceltabelle exakt so da steht, wie er auch in der Mail zu erkennen ist. Ja aber, Links sind nur in Mails gefährlich, in Exceldateien sind die gaaaaaaanz ungefährlich! Jetzt spätestens empfiehlt sich der Gang ins Kirchengebäude, hinten links in das dunkle Kämmerchen. Beten ist angesagt.  Wie wäre es, vielleicht den Link mal in eine Textdatei kopieren? Und gucken, was da dann so wirklich steht? Nö, kostet ja viel zu viel Zeit. Außerdem kann ich mit "Internetadressen" eh nix anfangen. So ist es wohl; einfach allen Fortbildungsveranstaltungen ferngeblieben, gelle? Klicken, bis Fifi auf den Baum geschossen ist. Hauptsache klicken.

Solange kein explizites Verbot existiert und auch dann denken die nicht, sondern handeln ungedacht drumherum.  Und wenn dann Fifi vom Baum runterk[Zensor zugeschlagen]kt, laut um Hilfe schreien. Das ist eben der große Nachteil: Wenn PC-Benutzung dem Autofahren gleich gestellt erscheint. Das hat die Industrie perfekt hinbekommen. Alle scheinen das zu glauben.....

Ich bleibe bei meiner Vision, dass die Faxgeräte eine wahre Renaissance erleben werden. Die Schadsoftware springt ja nicht aus dem Papier raus. Tut sie nicht.

Irgendwie äußerst beunruhigende Zeiten. Früher war es lustiger. Echt. Und effizienter. Ich schließe mich diesem Redner an. Vorsicht, Adobe Flash Player wird benötigt, die Software von den Flickschustern der aktiven Webinhalte! Habe leider keine Zeit mehr, einen NICHT Adobe Flash Inhalt zu ermitteln. Gibt es aber bestimmt.

Feierabend jetzt.






Tags: Fleischtemperatur, Mailanhänge, EDV-Seuchen, SSAGES, Bahnkumpels

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