Atomuhr, Doppelstöcker, Körperpflege + Orgelpfeifen [Update]


18.04.16 06Uhr05 Abfahrt Koblenz HBf, der startbereite Intercity rumpelt ohne Waggon drei los. Dafür bietet Waggon fünf eine angenehme Temperatur. Yeap, kein LuftDruckIchBrauseDichAnStrom aus den Schlitzen der Klimaanlage. Vor der Abfahrt meines StahlWaggonVerbandes durfte ich auf Gleis drei einen in beeindruckender Stille vor sich hinschweigenden echten Schlafwagenzug beobachten. Ultraleise brummelt der vor sich hin, alle Scheiben dunkel, es schwummert lediglich die Beleuchtung im Einstiegsbereich der Waggons vor sich hin. In welcher Kabine da wohl der Steward [ nennt man die eigentlich so? ] sich aufhalten darf? Ob da um die Uhrzeit schon jemand Brötchen schmiert und die Kaffeekannen befüllt? Gibt es da überhaupt Service? Schade, dass ich da nicht vor der Abfahrt meines Intercity mal reinhüpfen konnte.

Die soeben heranbretternde Kontrolleurin gehört auf jeden Fall zur Menge der Hartblondinen. Auweiah, hier und jetzt ist die Chefin aller Hartblondinen unterwegs. Kein Echtblond, nö nö, das Blond aus dem Dorffriseurladen. Genau das. Das Verziehen der Mundwinkel aus der -- Wicht, knie nieder, was willst Du denn hier -- Position gelingt nur mit allergrößter Willensanstrengung. Entweder hat im Keller des Dorffriseurs bei der letzten QuartalsBotoxFete die angelernte Spritzkraft die Dosierung falsch gewählt oder aber es ist der Kontrolleurin schon bei der Geburt mitgegeben worden. Wer weiß das schon? Diese Missachtung, in den Mundwinkeln sitzend, erfährt die Fortsetzung in den Augen. Ein Augenpaar, jederzeit einsetzbar für einen GruselHorrorFilm. Brrrrrhhhh. Bibber. Und das im Dienstleistungsgewerbe! Dem vertikalen ordentlichen Dienstleistungsgewerbe des FleischVerschiebers DB. Oder hat diese Hartblondine die Kündigung des SM-Studios nicht verkraftet und konnte als Seiteneinsteigerin bei der DB noch reinschlüpfen?

Warum mir jetzt da ein kleines Wortspielchen über die Synapsen vibriert, kann ich überhaupt nicht erklären. Gruppentechnisch bin ich ein DINK [ DoubleIncomeNoKids ], aber gleichzeitig ein DINA [ DoubleIncomeNoAssets ]. Warum fällt mir das jetzt gerade so ein? DINK gilt zuweilen für Mitmenschen, welche als Paar, jeder mit einem Job versehen, keine Probleme mit Geld haben sowie im Regelfall ansehnliche Vermögenshügelchen bauen können. Ich habe aber keine Hügelchen. Geldhügelchen. Ist ein DINA ein gescheiterter DINK? Oweh. Bin ich gescheitert wie die Hartblondine? Wobei: Asset kann sowohl dem Begriff Vermögen  zugeordnet werden als auch dem Begriff Kernkompetenz 0 . Der letztere Begriff erzeugt bei mir regelmäßig Schüttelfrost, damit will ich nix zu tun haben. Alle Begriffe, in denen -- Kompetenz -- aufploppt, wohnen für mich in einer gaaaanz großen Kristallkugel. Und davor sitzt die Wahrsagerin. Hinten rechts auf dem Jahrmarkt. 

Die Rückfahrt mit dem 16Uhr27 Intercity ab Düsseldorf HBf verzögert sich um zehn Minuten. Warum eigentlich? Will wieder kein Bahnmitarbeiter das Durchsagemikrofon in die Hand nehmen und den Fahrgästen die Grundinformationen mitteilen? Immerhin hält das Stahlgewürm ordentlich. Die Waggonreihung stimmt und ich hüpfe in den Waggon mit Bistrokennzeichnung rein. Das eisige Händchen der WaggonBelüftung schwappt durch das Bistroabteil. Brhhhh. Immerhin: Sehr freundliche Bistromitarbeiterin. Weiteres Verharren im Kölner HBf, hier immerhin verkündet die Lautsprecherdurchsage die standardisierten Störungstextbausteine [ Wie gehaltvoll: Störung im Betriebsablauf ]. Details wie immer unwichtig, könnten die Fahrgäste überfordern. Reisen soll doch Spaß machen. Überlastet den Fahrgast sowieso.

Den Begriff Kommunikation haben die jüngst zum Rapport bestellten dreitausendvierhundert Manager!!! der DB sowieso gestrichen. Sowohl formal als auch inhaltlich. Sowas geht beim Fressen und Saufen im Pfadfinderklub aber immer. Kommunikation in der verschworenen Truppe. ABER DOCH NICHT MIT DEN FAHRGÄSTEN. Never. Um 17Uhr05 bewegt sich noch immer kein Zug. Kommen wir heute überhaupt noch aus Köln raus? Ich kalkuliere mal plus zwanzig Minuten. Waiting -- Waiting - Waiting. Der analoge Uhrzeiger schrammt bei 17Uhr10 vorbei, yeah, wir starten ja doch. Es ist 17Uhr12. Die BahnApp auf dem Mobilgerät verkündet fünfzehn Minuten Verzögerung. Real sind es neunzehn Minuten.

Ja ja, die Zeitwahrnehmung bei der DB. Ganz eigene Welt. Gänzlich abgekoppelt vom Rest der Welt. Die DB hat eine selbstgebastelte AtomZeitUhr, zusammengenietet von der BastelGruppe -- LöteDasBit -- [ Fritz da hinten das Bitschräubchen hat ein offensichtlich beschädigtes Gewinde, zieh doch mal die Brille auf, Fritz!!! -- reicht aber für uns, verspiiieeeelt sich doch eh Alles ]. Die BastelGruppe wohnt im Bahntower in Berlin. Unten im Keller natürlich. Ein Team voller individueller IT-SchraubExperten, zusammengeklöppelt aus den Freiberuflern der Berliner ITStartUpSzene. Jener StartUpSzene, welche mit finanzieller Unterstützung [ Qualifizierungsmassnahme aus dem Haushalt unserer regierungsbestellten InternetFachFrau Geesche Jost ] 1 zur Senkung der Arbeitskosten bei der DB beiträgt? Geesche Jost, was/wer ist das denn überhaupt? Naja! Die ausgewiesene Spezialistin! Die mit den gehäkelten SmartphoneHüllchen. Gekraucht aus dem GenderMainstreamSumpf? Die bemüht ist, der Informationstechnik den GenderStrumpf überzuziehen. Immer dasselbe, mit Labern Penunze ranschaffen. Gruselig.

Patsch, Knall. Oh mein Gott, hoffentlich stromert jetzt kein politicalCorrectnessJunkie aus dem Hause Bertelsmann hier rum. Oder gar ein FacebookReinigungsTeamMitglied aus dem Hause Arvato. Gehört ja auch zu Bertelsmann. Verpetzt der/die mich an die Liz Mohn? Die aus dem geheimen Regierungsteam von Frau Dr. Angela Merkel?

Schauder.

Bei der Weiterfahrt huschen da aus verschiedenen Ecken noch getarnte weitere Verzögerungsminuten hinzu. Letztendlich sind es fette neunundzwanzig Minuten Verspätung beim Aussteigen aus dem Intercity im HBf Koblenz. Satt.

20.04.16 Sondertermin außerhalb von Düsseldorf ist angesagt. Ich wähle den Intercity mit Abfahrt 06Uhr41 HBf Koblenz. In voller Pracht steht hier ein Vertreter der neuen IntercityFlotte. Ein Doppelstöcker. Sieht aus wie ein aufgerüschter RE. Silbern statt Rot. Eine Inspektion ist angesagt: Die Sitzlehnen sind neigungsverstellbar, ein filigraner Kunststoffgriffring [ ohne Innenbeleuchtung ] rechts unterhalb der jeweiiligen Sitzfläche ermöglicht dies. Zwischen den Doppelsitzen der vorderen Sitzreihe dann der auf Augenhöhe aufgebeppte und allseits bewährte und nicht mehr wegzudenkende QR-CodeBepper mit der Aufforderung -- Bitte beurteilen sie ihre heutige Fahrt --. Also das Smartphone wahlweise Tablet mit der Kamera draufhalten - kruschtel, die QR-CodeApp beginnt zu werkeln -- die Webseite wird aufgerufen und der Kommentar kann abgeworfen werden. Wowh! Echtzeitkommunikation mit dem StahlContainerVerschieber möglich? Oder nur ein WirLiebenKundenDatengrab? Das wird ein Langzeittest werden. Übernimmt die Auswertung/Zensur vielleicht die Schlingeltruppe von Arvato? Wer weiß. Die DeutschlandInternetSauberHaltTruppe im Einsatz? Mir wäre ein Reinigungsteam für den physisch präsenten Zug ja lieber. 

Bei den in die Fensterscheibenführung zusätzlich eingelassenenen Jalousien hat es nicht zu geteilten Jalousien gereicht. Wenn die Sonne also blendet, dann erwischt es immer zwei hintereinanderliegende Fahrgastsitzreihen mit der Verdunklung. Wenn denn da der Fahrgast die Jalousie runterzieht. Gruppenverdunkelung. Und sowas bei der anspruchsvollen Kundschaft. Gezänk und Gestreite werden die Folge sein. Gaaanz bestimmt. Keine Klimaanlagenschlitze unterhalb der Fensterscheiben. DAS ist ein Mehrwert, eine echte Wohltat. Es ist angenehm warm. Die zwischen der vorderen Doppelsitzreihe bisher mittig im unteren Bereich untergebrachte MikroMiniMüllschale ist verschwunden. Gottseidank. Endlich ist diese Designerfehlgeburt weg. Da passten ja gerade mal vier zusammengeknüllte Tempotaschentücher rein, wahlweise eine modernde Bananenschale. Statt dessen geradezu voluminös anmutende Müllbehälterchen pro ZweierSitzGruppe, welche unterhalb des jeweiligen Fensters angebracht sind UND nicht die Bewegungsfreiheit stören. Ich meine die Bewegungsfreiheit Normalgewichtiger. Die Kleider/Mantel/JackenHaken sind im oberen Stockwerk des Zweistöckers allerdings äußerst gewagt angebracht: Wenn da ein/e Mantel/Jacke aufgehängt wird, dann ragt der/die Mantel/Jacke mittig in den dem ZwischenGang zugeordneten Sitz rein. Ahah. Verhüllung des Fahrgastes auf eigenartige Weise. Oder firmiert das eventuell unter dem Begriff -- DB-Burka 2 --, dem deutschen Gegenentwurf für ausländische Verhüllungstechniken? Echt? Nach dem erfolgreichen Verstecken von ganzen Waggons [ mobile Terrorcamps ] setzt sich das bei den neuen Zügen im Inneren fort? Da müssen die Sicherheitsbeauftragten des Konzerns UND die TerrorAbwehrSpezialisten des BND allesamt wieder zuviele "Absacker"3 eingetütet haben, als dieses Design abgesegnet wurde. Ich sag es ja, Fressen und anschließendes Saufen tötet den Willen zum Umsetzen eines irrlichternden Qualitätsmanagements. Die Prozesse fallen unter den Tisch, zusammen mit den Prozessbeteiligten. Bumm-Klatsch. Anschließend sind die Kopfdellen noch größer. Und mit der Erfüllung einer möglichen ISO hat das auch nichts mehr zu tun.

Da der Zweistöcker kein profaner rechteckiger Kasten auf Rädern ist, sondern im oberen Aufbau statt der Ecken eben Rundungen aufweist, bleibt dem Fahrgast im Obergeschoss nur übrig, den/die Mantel/Jacke in die immerhin vorhandene Gepäckablage (gelocht), welche bewährt über die gesamte Waggonlänge läuft, zu stopfen. Die Klapptischchen, jeweils montiert an der Rückseite der vorderen Sitzreihe, verfügen über herausziehbare Metallrähmchen, um die Auflagefläche des jeweiligen Klapptischchens für zum Beispiel Notebooks zu vergrößern. Für Getränkebehälter eher unpraktisch. Selbige fallen bei dem U-förmigen Metallauszieher einfach durch. Wo Nix zum Draufstellen, dort eben Plumps. Die Finanzmittel müssen arg eng bemessen worden sein, dass es nicht mal zu einer HerausZiehPlatte gereicht hat. Spacig aussehen, aber Funktion im Suffdesign völlig aus den Augen verloren, gelle?

Pünktliche Einfahrt in den HBf Köln. Schwapp, wir verlieren volle zehn Minuten und der StahlContainerVerband verharrt am Bahnsteig. Warum nur? Das wird superknapp mit der geplanten Weiterfahrt mit dem RE nach Flughafen-Bahnhof. RE-Ticket online buchen und QR-Code auf dem Mobilgerät bei der Kontrolle vorzeigen können? Nö, geht ja nicht. Warum immer noch nicht? Rennen in das Untergeschoss zum Fahrkartenautomaten. Für nicht Behinderte gerade mal so zu bewältigen. Der Rest darf nach dem erfolgreichen RE-Ticket-Kauf auf dem Gleis herumlungern. Bei den wahlweise qualmenden Aschenbechern. Lagerfeuerromantik 2016.

Die Rückfahrt plane ich mit dem Intercity Abfahrt 14Uhr27 HBf Düsseldorf. Mit vernachlässigbaren fünf Minuten Verspätung gleitet der besagte Intercity in den Bahnhof. Das Bistro menschenleer [ bis auf die Servicekraft ], aber megawarm. Das Bahnwandern beginnt und wir halten in Köln-West. Ein Besichtigungshöhepunkt ist die Haltestelle in Köln-West wohl. Für Bahnwanderer. Was gibt es hier Besonderes? Natürlich gar nichts. Ein Güterzug hat Vorfahrt erhalten und ich beginne mit dem Waggonzählen. Was man halt so tut, wenn sich was vor der Waggonscheibe tut. Menschen sehe ich keine auf der Haltestelle Köln-West herumwieseln. Vierzig Container plus die Lok [ das rote Monster ] erhalten Vorfahrt. Brumm, schepper, vibrier.

Hmmm, tatsächlich immer öfter Ware vor Zweibeiner.

Beschweren tut sich keiner, weder die Container über die Bevorzugung noch die Zweibeiner über die nächste Verzögerung. Die Sonne scheint. Es wird doch kein geheimgehaltener Zwangsstopp für die überhitzten Radachsen des Intercity sein. Bestimmt nicht. Kann nicht sein. Es ist noch nicht Hochsommer. Im Hochsommer erst wird RadachsenÜberhitzung [ wahlweise: Laub, Wasser, Gleisverformung ] ein Thema werden. Viel zu früh jetzt für derlei Störungen. Die Verspätung bis Koblenz HBf klettert auf schlußendliche zwanzig Minuten. Die MobilgeräteBahnApp faselt was von fünfzehn Minuten. Jaja, die DB-Atomuhr. Jaja.

21.04.16 06Uhr05 Abfahrt Koblenz HBf. Pünktliche Abfahrt. Ein außergewöhnlich freundlicher Kontrolleur schwebt durch die Waggons. Keine weiteren Vorkommnisse. 
Die Rückfahrt mit dem Intercity Abfahrt Düsseldorf HBf 18Uhr27 verläuft ohne besondere Vorkommnisse. Das verschlägt mir glatt die Sprache. Der 18Uhr27 ohne Vorkommnisse? Ich bin geplättet. Dieser Geisterzug?

22.04.16 06Uhr05 Abfahrt HBf Koblenz mit dem Intercity aus der Wirtschaftswunderzeit. Nix Neugerät. Turbinenartige Luftwirbel aus den Stahlschlitzen unterhalb der WaggonScheiben. Mantel drauf. Keine weiteren Besonderheiten.

Die Rückfahrt erfolgt heute mit dem 17Uhr49 Intercity ab Düsseldorf HBf. Hey, zum zweiten Mal in dieser Woche mit einem neuen Doppelstöcker. Auf geht es zum Nachtesten in die Erdgeschosseinheit des Doppelstöckers. Zuerst ein Nachtrag zum Einstiegsbereich: Die unterste Stufe bei den herausfahrenden Einstiegsstufen liegt weit unterhalb der Bahnsteigkante. Ist das jetzt eine Verbesserung gegenüber der bei den alten Intercity fehlenden untersten Stufe? Und warum ist das so? Wer hat das geplant? Gut, der Vorteil ist, dass man sich jetzt die Gehwerkzeuge verstaucht bei fehlender eigener Koordination und nicht zwischen Zug und Bahnsteigkante und dann auf das Gleis selbst rutscht. Also irgendwie reduzierte Gefahr. Eventuell schwer verletzt statt völlig zerquetscht. Nun gut. Im Erdgeschoss des neuen Doppelstöckers weist die Standardaufhängevorrichtung für den/die Mantel/Jacke nicht den Mangel des Obergeschosses auf. Die Ablagen oberhalb der Sitze sind jedoch auch hier nicht für Reisekoffer geeignet. Ob da bei Vollbesetzung die mittig im Waggon eingebauten Kofferbuchten ausreichen werden? Oder reist alles nur noch mit Laptoptaschen herum? Die Beleuchtung hinter den mattierten durchgehenden oberhalb der WaggonScheiben angebrachten Beleuchtungsstreifen sind wohl mit LED ausgestattet. Ähnelt sehr einem gestreckten weißen Weihnachtsbaum. Punktleuchten hinter Mattscheibe, ganz der Langlebigkeit der Leuchtdioden zu verdanken und enorm energiesparend im Betrieb.  Die im Doppelstöcker verwendeten Reservierungsanzeigen verwirren mich. Nur noch der Text -- Reserviert -- zu erspähen. Ist das die praxisnahe Zukunft? Ohne den Hinweis mit den grundlegenden Informationen [Ab wo bis wohin? ]. Sind Fahrgäste doch so gewohnt bei den alten Teilen aus der Wirtschaftswunderzeit. Die grundlegende Information [ Ab wo bis wohin? ] stellt eine große Hilfe auch für Pendler dar. Oder wird das nachgerüstet? Wann? 

Das legendenumwobene Bistro, welches in den alten WirtschaftswunderzeitZügen mitrollern/wohnen durfte, wurde natürlich bei den Doppelstöckern gleich ganz abgeschafft. Jibbet nicht mehr in den funkelnden Neuschöpfungen des Bahnbetriebes. Ganz abgeschafft stimmt aber nicht so ganz, denn laut Pressemitteilung des StahlContainerVerschiebers DB wird es, da schlabbert meine Zunge vor lauter Aufregung schon, laut Zitat " auf ausgewählten Strecken einen mobilen Service auch in der zweiten Klasse " geben. Was eine Granatenmitteilung. Auf ausgewählten Strecken AUCH für die Holzklassemitglieder, kolossale Leistung! In welcher gruppendynamischen Sitzung wurde denn diese Entscheidung gefällt? Diese Sitzung gab es vermutlich nie, das haben die kommunikationsunfähigen/-unfreudigen/kundenorientierungsbefreiten/gedanklichdurchgegenderten Manager per SMS beschlossen. Denn DIE fahren höchstens auf der Kurzstrecke mit. Mit ihrem kleinen "Apollifläschchen" 4. Und überhaupt: Wir sind doch kein Konzern der Kommunikationsfreude. Wir doch nicht. Unser Motto: Fahrgäste = Päckchen. Wozu haben wir denn die ganzen nervtötenden Kurse im Segment Medienbildung besucht? Wird im Internet doch genauso gehandhabt, oder? Da gibt es auch nur Päckchen. 

Kommt doch mal wieder runter. Auf den Gleisen ist nicht gleich im Internet. Setzt die blauen Pillen ab und mampft wieder Äpfel.

Daaas tut gut.   

25.04.2016 Er will nicht. Er will einfach nicht. Losfahren. Der 06Uhr05 Abfahrt-Wirtschaftswunderzeitzug-HBF-Koblenz. Wir haben 06Uhr11 und der StahlContainerVerband steht immer noch am Gleis fünf herum. Wohlbemerkt: Das ist der Startbahnhof dieses Zuges! Das ist keine Haltestelle/Bahnhof eines schon auf Reisen befindlichen Zuges! Wird der Lokführer vermisst? Konnte der vorgeschriebene Bremsentest nicht abeschlossen werden? Grmmmppfff.

Um 06Uhr12 rollen wir gemächlich los. Der Hauptbahnhof mit der schlechtesten Pünktlichkeitsbewertung in der Republik, HBf Köln, stülpt nochmal zehn Minuten drauf. Ankunft in Düsseldorf HBf mit siebzehn Minuten Verspätung.

Well done.

Bahnfahren nähert sich zuweilen immer mehr einer Unterhaltungssendung. Quatsch, einer Comedyveranstaltung. RTL [ Rammeln, Töten, Lallen ---> Bertelsmann hat Anteile ] müsste die KameraTeams seiner ZombieVorführSendungen nur ganzjährig zum Bahnreisen zwingen, dann hätten die Filmmaterial für Umme. Statt Dschungelcamp dann eben ein neuer Arbeitstitel: Bahncamp. Teilnehmende sind die Fahrgäste und die StahlContainer sind nur die Bühne. Auf gehts. Zum Wahnsinn. Zur Hygiene. Zur Eigenliebe. Deutschen Eigenschaften.

Lets go on: In Remagen steigt die mir vom Sehen seit Jahren wohlbekannte Dame ein, welche zielgerichtet den Doppelsitzplatz auf die eigenen Bedürfnisse zurechtbiegt/zurechtrichtet/abrichtet. 

Phase 0: Der eigene Sitzplatz ist immer der Sitzplatz an der Gangseite. Immer. Weil: Wenn es brennt und so und überhaupt......
Phase 1: Minirucksack auf den Sitz am Fenster platzieren + öffnen-----> weitverbreitete Taktik: verhindert sehr oft die lästige Nachfrage bei Mitreisenden, ob denn der Platz frei sein könnte.----> gibt bestimmt eine Studie darüber.
Phase 2: Desinfektionstuch Nummero Eins aus der Familienpackung zerren und beide Klapptischchen desinfizieren [ Rundumpflege: auch die Umlaufkanten werden intensiv bewischelt ]
Phase 3: Nach kurzer Zeitspanne [ Regt sich da noch was Bakterielles? ] mit Desinfektionstuch Nummero zwei nochmalige Reinigung der beiden Klapptischchen
Phase 4: Aufbau Frühstücksmodule [ Brötchen sowie Äpfelchen plus Thermosbehälter ] auf dem Klapptischchen an der Waggonfensterseite
Phase 5: Aufbau Arbeitspapiere [ ordentliche farblich kodierte Heftereinheiten ] plus Schreibgerät auf dem anderen Klapptischchen
Phase 6: Entnahme Bürste für Haarpflege/Haarsortierung [ das Modell hat meine Mutter immer zum Kämmen der CockerSpaniel genommen - Bürste sieht aus wie ein Igel mit Haarausfall --  aber stabile lange Einzelborsten ]
Phase 7: Ausführliche Haarpflege, seeehr ausführlich, bestimmt gibt es von Wella ein Anleitungsvideo hierzu
Phase 8: Auskämmen der Bürste auf den Zwischengang - supergründliches Auskämmen -
Phase 9: Verstauen der Bürste + Beginn der Arbeitspapierdurchackerung

Ich protestiere innerlich. Mir fehlt das Tischdeckchen. Und ein kleines Blümchen dazu.

Obacht, HBf Bonn naht. Aller Wahrscheinlichkeit nach steigt hinzu: der Zuuutschler . Obacht. Jawoll, ER steigt ein. Die Show geht gleich los.

Phase 0: Der eigene Sitzplatz ist immer der Sitzplatz an der Gangseite. Immer. Weil: Wenn es brennt und so und überhaupt......
Phase 1: Super fettigen Minirucksack auf den Sitz am Fenster platzieren + öffnen-----> weitverbreitete Taktik: verhindert sehr oft die lästige Nachfrage bei Mitreisenden, ob denn der Platz frei sein könnte.----> gibt bestimmt eine Studie darüber.
Phase 2: TelefonOhrenSteckGerät am rechten Ohr wird jetzt montiert. ER sieht jetzt aus wie - KleinRobottiMitFernsteuerung -
Phase 3: Tablet wird auf dem heruntergeklappten Tischchen platziert + SEIN Surfabenteuer beginnt
Phase 4: ER zuuutschelt! Das Geräusch klingt wie eine Mischung aus Schnalzen und dem Sauggeräusch für Unterdruckerzeugung, um den kariösen Backenzahn von SpeiseResteGlibber zu befreien
Phase 5: Der Takt des Zuuutschelns------> digital gemessen und hiermit bezeugt: 40 Sekunden
Phase 6: Jemand muss wohl anrufen, das bisher verborgene Handy wird herausgezogen
Phase 7: Zuuutschelpause, das Gespräch wird mit dem zur Waggonscheibe geneigten Kopf in relativ leiser Lautstärke geführt
Phase 8: Telefongespräch beendet -------> ZuuutschelnTaktung beginnt wieder
Phase 9: Kein Ende abzusehen ----> wie hält das der Backenzahl bloß aus?
Phase 10: Der Intercity hält in Düsseldorf HBf------> viele Fahrgäste steigen aus, ER auch
Phase 11: Das Tiefgeschoss im HBf bietet keinen Schutz in diesem Fall
Phase 12: Der Zuutschler steht neben mir in der U 79. Keine Zuutschelgeräusche. Gar nix. Was einen fettigen Rucksack ER doch hat.

Gegenwehr im Winter erfolgreich eingesetzt: Krautsalat mit Speck mit mindestens einem Tag ZiehZeit und dann in ein Tuppagefäß eingefüllt. Wenn Zuuutschler in unmittelbarer Nähe den Sitzplatz wählt, besagtes Tuppagefäß aus der Vorratstasche entnehmen und den Deckel aufreißen. Wie bei der Enthaarung im Kosmetikstudio. Wachsstreifenabziehen. Das muss schnalzen beim Abziehen des Deckels.

Der Geruch vertreibt IHN tatsächlich.

Aber nur wenn er in der Nähe zum Sitzen kommt. Wobei das ZuuutschelGeräusch mit steigender Entfernung dramatisch an Wirkung verliert. Gottseidank.

Und munter geht es weiter im HBf Köln. Mit in dieser Spielerunde: Ein Mann, seine Finger und Nivea.

Es geht los..............

Phase 0: Bevorzugter Sitzplatz ist der Tischblock. Für vier Personen. Welche pärchenweise am Tisch sitzen.
Phase 1: Der gewählte Sitzplatz des Herrn ist auch hier der Sitzplatz an der Gangseite
Phase 2: Minirucksack [ natürlich ein Vaude, pffff ] wird auf dem Sitzplatz am Fenster platziert + geöffnet
Phase 3: Eine gigantische NiveaDose wird auf dem Gruppentisch geöffnet.
Phase 4: Ein DoppelFinger der rechten Hand wird in die NiveaDose gerammt und das aufgenommene Material auf dem Gesicht aufgetragen
Phase 5: Intensives Verreiben der überrreichlich vorhandenen Crememenge ----> Backenbereich rechts [ tja, die hängen schon ein bisschen ], Nasenflügel rechts, Kieferunterbereich rechts
Phase 6: Nochmal ein Doppelfinger [ andere Hand ] wird in die NiveaDose gerammt und das aufgenommene Material auf Gesicht sowie Stirn aufgetragen
Phase 7: Intensives Verreiben der überreichlich vorhandenen Crememenge -----> Backenbereich andere Backe, Nasenflügel andere Seite, Kieferunterbereich andere Seite
Phase 8: Filigran wird ein weiteres Tupferl NiveaCreme aufgenommen ----> Logo, die Stirn fehlt doch noch ----> ja aber auch......bloß nix vergessen
Phase 9: Intensives Verreiben der vorhandenen Cremmenge
Phase 10: Da fehlt doch noch was, oder? Erneute Cremeaufnahme aus der NiveaVorratsdose
Phase 11: Uiiih, uihhh, jetzt kommt der Hals dran. Aufgepasst. Jaaaaaaa, bis zum Kragenansatz runter. Jaaaaaaa. Gaaaanz intensives Reiben. Jaaaaa.
Phase 12: NiveaDose wird verschlossen
Phase 13:Turnübung beginnt----> Beide Hände in ayurvedisch-anmutenden Kreisbewegungen im Einsatz zum nochmaligen Einreiben des Gesichtes
Phase 14: NiveaDose wird in Minirucksack verstaut
Phase 15: Das Frühstück wird aus dem Minirücksack genommen und auf dem Gruppentisch aufgebaut
Phase 16: Huch, da ist sie ja, die Lektüre für den wohlgestalteten Tag: Die BILD-Zeitung. Knister, blätter.

Verborgen hinter der entfalteten Lektüre sitzt ER jetzt da. Durchdesignt wie Schweinchen Babe. Die Glanzschwarte im Abteil. Wieviele Stunden dieser Mann wohl sein Auto poliert? Am Wochenende. Ich frage mich ja, was die Fahrgäste am Gruppentisch auf der anderen Seite so denken. Dem NiveaMann geht das wohl am Ar.....h vorbei. Oder mag er Zuschauer? 

Hand aufs Herz: Gibt es Schöneres als Körperpflege beim männlichen Fahrgast auf dem Weg zum Arbeitsplatz? 

ABER NATÜRLICH: [ Eigenschaften: weiblich, attraktiv, lackierte Fingernägel ].

Die Rückfahrt mit dem 17Uhr27 Nobel-ICE gestaltet sich kundenfreundlich. Superpünktlich. Ein bestens aufgelegter Kontrolleur [ redegewandt, geradezu fröhlich, enthusiastisch, ich kann es kaum fassen ], kein ICE-Aufschlag für mich für die Kurzstrecke Düsseldorf - Köln. Der zweite positive ÜberraschungsPendlerHammer: Ein überpünktlicher Intercity mit Abfahrtszeit 17Uhr53 ab Köln HBf. Dieser zweite mir bekannte Geisterzug außer dem Geisterzug Abfahrt 18Uhr27 HBf Düsseldorf. Diese zwei Geisterzüge verschwinden irgendwie phasenweise auf der Strecke oder müssen unentwegt mit Bausteilen oder gar verspätet vorausfahrenden Zugkameraden um die Gleishoheit kämpfen. Der Kampf um die Hoheit auf den 1435 mm Spurweite. Und diese Geisterzüge tauchen dann fast immer! irgendwie wieder auf. Fast immer mit reichlich Verspätung. Und heute ist der 17Uhr53 Intercity superpünktlich?

PendlerrauschGlücksGefühle. 

Nochmal zurück zur Rapportveranstaltung der dreitausendvierhundert Manager der DB im Bahntower Berlin. Sollten diese Führungskräfte für die im Inland beschäftigten Mitarbeiter der DB 5 zuständig sein, ergibt das rein rechnerisch siebenundfünfzig komma fünfunddreißigzehntel Mitarbeiter pro Führungskraft. Zum Vergleich: Die Kompaniestärke bei der Bundeswehr bewegt sich zwischen sechzig und zweihundertfünfzig Soldaten. Ausgehend von einer maximal mit Soldatenstärke erscheinenden Kompanie minus Mitbestimmung minus Demokratie scheint die Managerstärke der DB völlig ausreichend dimensioniert zu sein. Und dennoch bekommen DIE nichts auf die Kette?  Zu lesen war außerdem, dass bei dieser im April 2016 durchgezogenen Veranstaltung zum ersten Mal zweitausend Manager mehr als üblich erschienen sind, damit auch dem letzten Manager der Ernst der Lage verdeutlicht werden kann. Das heißt, dass in der Vergangenheit geschätzt vierzig Prozent mit Anwesenheit brillieren konnten und der Rest im Niemandsland [ im Edelrestaurant, beim EscortService, im schlichten Puff, beim Döner um die Ecke oder schlicht zu Hause ] wabern durfte.

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie das im Kriegsfall aussähe, wenn nur vierzig Prozent der Kompanieführer zur Strategieplanung in der Kommandoleitstelle erscheinen würden. Kann es sein, dass die DB mit den Falschen in Managerpositionen besetzt ist? Greift bei den ManagerNeuBesetzungen etwa nicht das HR? HumanResources [ im Pleistozän die Personalabteilung ] sind zwar formal dem Gebäudemanagement zugeschlagen [ mobile Mitarbeiter (Zweibeiner, Bagger, Planierraupen, Krankenwagen etc.) in der gleichen Menge wie die immobilen Gebäude ], aber kann es sein, dass die Einstellungskriterien für Manager gänzlich andere Kriterien beinhalten als die Einstellungskriterien für VorOrtMitarbeiter? Genügen etwa diese liebevollen Bachelorbescheinigungen schon, um Manager zu werden? Ächt? Sonst nix mehr?

Wo sind meine Kreislauftropfen?
 
Resümee dieser Woche: Die Mitarbeiter der DB, mit welchen ich als Fahrgast konfrontiert werde, sind zuweilen verhaltensoriginell, vielleicht sogar oberschrullig und genügen nicht immer den sicherlich vorhandenen Vorgaben des MitarbeiterGeneralHandbuches -  ABER diese Mitarbeiter der DB beunruhigen mich nicht ernstlich.

Als beunruhigend empfinde ich die Managerebenen bis hinauf zum BahnTowerBewohner mit dem Manager Nummero eins. Ich kann mich des Bauchgefühles nicht erwehren, dass zwei Bilder super zueinander passen: Das Bild der Orgel der Frauenkirche [ Dresden ] am 15.02.1945 und das jetzige [ 2016 ] Gruppenfoto der Führungstruppen der DB. 

Abgefackelte Pfeifen waren das am 15.02.1945 6 . In der Frauenkirche.

Die Orgel der Frauenkirche funktioniert im Jahr 2016.

Wie lange brauchen die auf dem Gruppenfoto denn noch?




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6 Wikipedia 23.04.2016 Letzte Änderung 12:39 Uhr

Tags: Zertifikatsbepperle, Fleischtemperatur, Bahnunwesen

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