Hübsch rübergebracht, Herr Nuhr


21.07.2019 Die Autor (en) Ulrike Röhr, Gotelind Alber, Lisa Göldner haben dieses Werk zu verantworten. Am 09.05.2019 hat sich Dieter Nuhr des Themas angenommen. Im unten verlinkten Mediathek-Video wird das beim Umweltbundesamt hinterlegte Werk mit dem wissenschaftlich klingenden, geradezu Seriosität ausstrahlenden Titel

Gendergerechtigkeit als Beitrag zu einer erfolgreichen Klimapolitik: Forschungsreview, Analyse internationaler Vereinbarungen, Portfolioanalyse

ab Minute 34:30 den Zuschauern präsentiert.

 

klimapolitk gender dieter nuhr 2019

 

Ich bezweifle sehr, dass sich anschließend jemand aus der überraschten Zuschauerschar die Mühe gemacht hat, das 152 Seiten umfassende Werk ansatzweise zu erschließen oder gar vollständig durchzuarbeiten. Was ich nachvollziehen kann, da die Genderreligionssprache schwergängig ist. Wer nicht mit der in meinen Augen Genderreligionssprache vertraut ist, wird den Text bereits auf den ersten Seiten nur mit wochenlangem Rechercheaufwand erschließen wollen. Ich betone: Erschließen wollen. Nicht unbedingt können.

Und wann soll vom recherchierenden Mitbürger das Einkommen erwirtschaftet werden? Och männo.

Wer sich beim Lesen des Textes aus dem oben verlinkten Dokument auf Seite 10 unter 2.2.1 Einblicke und Überblicke blutige Synapsen geholt hat, erhält mein Mitleid. Meine Synapsen bluten immer noch. 

2.2.1 Einblicke und Überblicke(Seite 10)

Gender und Klima(wandel) ist ein relativ junges Thema im Klimadiskurs – das gilt für die institutionalisierte Forschung ebenso wie für die politische Praxis. Die Wahrnehmung der Verbindungen zwischen Geschlechtergerechtigkeit und Klimawandel beschränkten sich zunächst auf die Ebene der internationalen Verhandlungen zur Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) und hier vor allem auf die Situation im Globalen Süden und damit auf die Themen Anpassung und Vulnerabilität. Ein erster Durchbruch auf dieser Ebene wurde 2007 bei der UNFCCC Vertragsstaatenkonferenz (COP13) auf Bali erzielt, seither wurden zunehmend Projekte im entwicklungspolitischen Zusammenhang durchgeführt, die die besondere Betroffenheit von Frauen berücksichtigten oder sogar ins Zentrum stellten, oder die Frauen als ‚Agents of Change‘ für die Reaktionen auf den Klimawandel ansprechen. Bis heute ist es nicht gelungen, eine ähnliche Aufmerksamkeit auf die Geschlechtergerechtigkeitsaspekte beim Klimaschutz und bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels in den Ländern des Globalen Nordens zu erreichen (siehe dazu ausführlich Kapitel 3). Das gilt vor allem für die politische Ebene. Auf Seiten der Wissenschaft wird seit einigen Jahren eine steigende Anzahl von Forschungsarbeiten durchgeführt, die verschiedene Aspekte des Klimawandels und der Klimapolitik in Industrieländern aus der Genderperspektive beleuchten, wie dieser Review zeigt.

Die zwei unten eingefügten Fazittexte lassen mich schlottern.

4.5 Fazit (Seite 116)

Die Vorgehensweise hat noch experimentellen Charakter und erhebt nicht den Anspruch einer abgesicherten Methodik. Die hier vorgenommene und noch grobe und vorläufige Betrachtung zeigt aber, dass mit dieser Vorgehensweise die in Klimaschutz- und Anpassungsprogrammen enthaltenen Maßnahmenportfolios grundsätzlich aus Geschlechterperspektive bewertet werden können. Es ist bisher das einzige Vorgehen, das uns bekannt ist, um ein Maßnahmenportfolio auf Lücken zu überprüfen, die unter Gendergesichtspunkten wichtig zu füllen wären, und andererseits Strategien und Handlungsfelder zu identifizieren, die aus der Perspektive der Geschlechtergerechtigkeit zu priorisieren sind

4.6 Fazit (Seite 117)

Zum Schluss soll noch betont werden, dass das zusammengestellte Portfolio von Strategien und Handlungsansätzen der ‚conventional wisdom‘ folgte, damit es als Maßstab an bestehende Programme angelegt werden kann. Tiefergreifende transformatorische Ansätze können damit nicht entdeckt werden, die etwa die Transformation des Wirtschafts- und Finanzsystems oder einen Umbau des Steuer- und Sozialsystems umfassen. Sowohl eine ambitionierte Klimapolitik als auch eine Politik zur Geschlechtergerechtigkeit erfordern solche tiefgreifenden Transformationen. Wie diese gestaltet werden können, um beiden eng miteinander verknüpften Zielen gerecht zu werden, ist eine drängende Frage und müsste Gegenstand einer gesonderten Untersuchung sein.

 

Wie gut, dass Worthülsen der oben auszugsweise präsentierten Bauart noch nicht den Weg in die arbeitende Bürgerschaft gefunden haben.

 

 

 

 

 

https://serwiss.bib.hs-hannover.de/frontdoor/deliver/index/docId/405/file/Gender_Studies_-_Die_Nieders%c3%a4chsische_Forschungsevaluation_und_ihre_offenen_Fragen.pdf

https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/gendergerechtigkeit-als-beitrag-zu-einer

https://www.daserste.de/unterhaltung/comedy-satire/satire-gipfel/videos/nuhr-im-ersten-video-190.html


Tags: Politwahn

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