gender disparity 2021

STEM: Science, Technology, Engineering and Mathematics

 Welche Richtung wird eingeschlagen? Aus der Genderblase zurück zur Ernsthaftigkeit?
Ob IT-Security dann vorangetrieben würde? Erst mal volle Kraft voraus mit Gender Mint 4.0?
Statt M.Sc. in Bälde M.Ge*:_Mnt.?

 

 

 

klimaschau windkraftanlagen erwärmung trockenheitklimaschau folge 69 oktober 2021

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klimaschau YouTube Sebastian Lüning

Nicht mit blonden Flechtfrisuren spielen - böse - böse - Bologna lässt grüßen - Helau - Alaaf - Was auch immer - [Korrektur 22.11.21]


19.11.2021 Nach der donnerstäglichen Sendung Ringlstetter auf BR Fernsehen schwappe ich gelegentlich noch ein bisschen in dem anschließenden Kulturmagazin Capriccio mit. Am Donnerstag, den 18.11.2021, wurde um 22Uhr45 die Sendung Capriccio mit einem Beitrag zum von mir geschätzten Autor Heinz Strunk angekündigt. Dessen Buch - Teemännchen - fand ich wunderbar verstörend. Jetzt musste ich sitzen bleiben. Entspannt verblieb ich vor dem TV, legte noch einmal die Füße auf das Seniorenschemelchen und nahm einen nicht unerheblichen Zug aus der Bierflasche zu mir. Hochgelegte Füße, bequeme Sofahängdurch-Körperhaltung, ein Tässchen Bier. Yeah. Auf konnte es zur Kulturzeit gehen. Jawolli. Auf ging es. Zum Kulturbeitrag des BR.

Die Sendung Capriccio eröffnete mit einem 5:31 Minuten dauernden Beitrag über die aktive Recherche unter dem Themenblock Nazimädchen sowie deren Strategien. Oder war es schon gleich beim Video-Auftakt der Einstieg mit Rechtsextremismus? Hach, ich werde minunter vergesslich. Mir flattern zuweilen die Synapsen. Egal. Irgendwas mit rechts auf jeden Fall, der Text zur Sendung auf der Webseite selbst unerwartet ungegendert und explizit weibliche Influenzer erwähnend? Uiiiih. Ich wartete gespannt auf den weiteren Verlauf dieses Beitrages, schließlich bescheinigt sich der bayerische Kulturkanal selbst der genauen Recherche.

Obacht. Ohren und Augen auf. Hätte ich mal bloß weitergelesen. Huih, zur Selbstbeschreibung gehört auch die "eigene Haltung". Warum nur lese ich die Texte nicht immer und auf Deibel komm raus bis zum letzten Buchstaben durch? Ich Dussel. Ich Hirni. Blitz, flamm, knister. Die Assoziation zu dem von mir höchst ungeschätzten Herrn Georg Restle ( Leiter der Sendung Monitor in der ARD) hätte bei mir augenblicklich aufflammen können, wenn ich den Text auf der Webseite des Bayrischen Rundfunks vollständig gelesen hätte. Herrgottzackrament. Hätte hätte Fahrradkette.

Nachfolgend der Einführungstext auf der Webseite des BR zur Capriccio-Sendung mit der Eigendarstellung ganz unten im Screenshot.

 

capriccio 18.11.2021

 

Das investigative Rechercheteam von/mit/unter/bei Capriccio hatte zur Erforschung des Vorgehens rechtsradikaler Influencerinnen einen sogenannten Fake-Account bei Instagram angelegt und mit den entsprechenden Schlüsselinteressen hinterlegt. Wowh. Cool. Ein Honigkörbchen haben die pfiffig sich gebenden Rechercheure [ = generisches Maskulinum, darauf lege ich Wert ] wie bei der Anlockung von Schadsoftwarevertreibern im IT-Bereich vor die digitale Haustüre gehängt? Uiiih. Naja, im Echtleben mit brummenden Bienen und sirrend-nervösen Wespen würden sich diese Rechercheure derlei eher nicht getrauen, aber digital ist dieses Vorgehen beim Anbieter Instagram ziemlich ungefährlich. Bits and Bytes können schließlich nicht physisch aus der Tastatur oder dem Bildschirm oder aus der Schiebemaus hüpfen und den vor der Tastatur sitzenden Mitmenschen vergiften/überzeugen/erschlagen. Oder ist doch echte Gefahr im Anmarsch?

Die Gefahr schlich sich akustisch untermalt in den Beitrag hinein. Knuffiges Bildmaterial, unheilvoller Sound. Der Sound wahrlich nicht so beeindruckend wie bei Game of Thrones, in meiner Wahrnehmung immerhin unheilvoller Sound Stufe 2. Die Aussage im Capriccio-Video lautet: Je mehr der besagte honigtopfige Instagram-Fake-Account den Kontaktaufnahmen aus den selbst verknüpften Abonnements folgte, desto TIEFER (man glaubt kaum, dass so etwas passieren kann) glitt er (er/sie/es/was-auch-immer = der Fake-Account halt) ins glitschige Spinnennetz der vom Rechercheteam bei Capriccio so titulierten Nazi-Mädels? Ach du lieber Himmel.

By the way: Das halte ich für eine saudämliche Schlussfolgerung. Für mich ist derlei ein durchaus nachvollziehbares menschliches Verhalten. Wo was lockt, da gehe hin und spähe, ob für dich selbst was abfallen könnte. Beispiel gefällig? Black Friday. Ähnlich rudeliges Verhalten konnte ich jahrelang im Hauptbahnhof Düsseldorf im Untergeschoss bei der Linie U79 um 7Uhr40 in Richtung Kaiserswerth beobachten: Kaum war das Radlagergequietsche der U79 aus der Ferne zart-leise zu vernehmen, bewegten sich hunderte Mitmenschen ruck- und zombieartig in Richtung Sperrmarkierung an der Bahnsteigkante. Meine Mitmenschen erschienen mir so organisiert wie der brandsatzwerfende Kampfblock der Ultras beim legendären G-20 Gipfel unter der Ägide des nicht mehr verhinderbaren zukünftigen Bundeskanzlers der BRD mit dem Namen Olaf Scholz.

Wenn ich mir eine Schwarzwälder Kirschtorte um den Hals binde und im Hochsommer draußen an der frischen Luft herumspaziere, werde ich nicht lange unbelästigt bleiben. Horch, da brummt und zischelt es schon. Autsch. Getroffen.

Bei Minute 1:06 des Videobeitrages hat Frau Judith Goetz (Politikwissenschaftlerin Uni Wien) die Vorgehensweise rechter Influencerinnen sprachlich umfangreich und selbstverständlich soziologisch eingeordnet. Irgendwas von framing und eingerahmt huschte auch noch im Textgebilde von Frau Judith Goetz herum, dann folgte die Schilderung vom Reingehen der Influencerinnen in den vorpolitischen (??) Raum und das Eingehen besagter rechter Influencerinnen auf die zentralen Fragen der Gesellschaft wurde auch erwähnt. Selbstverständlich werden in der Beschreibung durch Frau Judith Goetz von den rechten Influencerinnen geschickte Taktiken eingesetzt, es wird umgedeutet, ja es wird sogar umgeframt. Was jetzt genau wird umgeframt? Agathe hilf. Mir wurde richtig schwummerig. Ich wähnte mich bereits im Kriegsszenario, versuchte auf Kanonengeräusche zu achten und wartete sekündlich auf einen Schusswechsel. Und ich sitze ohne Schutzweste auf dem Sofa herum. Gruselig.

Frau Judith Goetz verwies in Ihrem Wortbeitrag auch darauf, dass gerade Bildmaterial (!!!) ideal für den Transport von Botschaften sei, weil in den Bildern selbst keine politische Botschaft untergebracht sei. Bildmaterial als Lockmittel wie das Preisschild im Supermarkt und selbst die unökologischste Verpackung wird vom Kunden akzeptiert, die Hauptsache, der Tiefpreis verursacht unermessliche Glücksgefühle? Dergestalt brizzeln sich also rechtsradikale Influencerinnen in das emotionale und intellektuelle Geflecht von Instagramnutzern. Huiiiii.

Ich bin schwer erschüttert. Ich werfe mal einen Blick auf die angedachten Empfänger dieser Botschaften bei Instagram und fasse meine ernüchternden Erfahrungen in ordentlichen Sätzen zusammen. Der weltgrößte Onlinehändler Amazon bittet mich mit beinahe inständigem Geflehe bei jeder von mir abgegebenen Artikelbewertung darum, möglichst viele Bilder statt langer Texte einzusetzen, da Bilder von der Zielgruppe der Kunden nach Ansicht von Amazon eher positiv und informationsgewinnend verarbeitet werden können. Hallo Frau Judith Goetz: Ohne Bilder ist bei jener Zielgruppe aus dem finsteren Spinnennetz der Bolognareformen in Deutschland keine Aufmerksamkeit mehr zu erwarten. Text stört total. Die schluffige Regel nach Bologna-Vorgabe beschreibe ich folgendermaßen: Gib ein einziges, es muss halbwegs solide darstellbar sein, bildbegleitetes Beispiel und nenne es prüfungsrelevant. Für viele in der Ziellerngruppe gilt dann: Aus die Maus beim intrinsischen Lernen. Geschweige denn wird eine nachprüfbare Transformationsleistung stattfinden. Ohne Bilder gibt es weder herumwedelnde Moderatorenkofferträger noch wohlig glucksende Flipcharts in diesem unserem Bildungsländle. Wenn das prüfungsrelevante bildbegleitete Beispiel NICHT in der Prüfung erscheint, wird gegen den Bildungsträger/Dozenten/Schulleiter geklagt. Auf Deibel komm raus. Notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof.

Seit einigen Jahren fällt mir bei fast allen hereinkommenden Kundenanfragen zu einem Produkt, welches ich schon bei Amazon bewertet hatte, auf , dass die Schlichtheit in diesem Land mächtig zugenommen hat. Immer öfter werden selbst bei Bodenreinigern der Bauart Zielinski grundsätzliche Fragen zum Produkt gestellt. Fragen, die vom Hersteller performant und schlüssig bereits auf der Produktseite aufgeführt sind und vorausschauend als Antwort dienen könnten. Wenn er/sie/was-auch-immer denn wollte und zumindest die Produktbeschreibung als Interessierter lesen würde. RTFM ist der Schlüsselbegriff. Verkürzt: Lies doch einfach und lull deine Augen nicht mit RGB-Gefluse aka mit Bildern ein. 

Zurück zu den Rechtsextremen bei Instagram und den Rechercheergebnissen bei Capriccio. Bei Minute 2:55 erwähnt Frau Judith Goetz die Berichterstattung in den Qualitätsmedien über Rechtsradikalismus und dass rechtsradikale Gruppen auch im öffentlichen Qualitätsmedienwesen mitpunkten wollen. Da sage ich nur: Gleiches Recht für Alle. Gleiches Recht für diejenigen, die sich nicht strafbar verhalten oder als verbotene Partei unterwegs sind. Am Rande bemerkt: Demokratie heißt das hoch zu schätzende Gesellschaftgebilde, in welchem wir leben. 

Bei Minute 3:25 wuppt sich die App Loulu in das Video herein. Die Verschlagwortung: Rechte Narrative erfahrbar machen. Diese App wurde bereits im Juni 2021 beim Deutschlandfunk erwähnt. Die App Loulu mit den Machern ist für den diesjährigen Amadeu Antonio Preis vorgeschlagen. Was ich als Bürger Thomas Wiedemann von der Amadeu Antonio Stiftung halte, hatte ich bereits ausführlich hier berichtet.

Bei Minute 4:05 beschreibt Caspar Weimann die interaktive erfahrbare virtuelle Trainingswelt Loulu. Die App empfiehlt sich selbstverständlich für den Einsatz im schulischen Bereich. Bei Minute 4:36 erzählt Herr Caspar Weimann vom geschützten Erfahrungsraum durch die App Loulu beim Erspähen und Abchecken von rechtsradikalen Verfahrens- und Verhaltenweisen. Wichtig in der Sichtweise von Caspar Weimann: Der geschützte Erfahrungsraum. In der Beschreibung beim Deutschlandfunk klingt das wie folgend abgebildet:

Im Verlauf des Spiels bekommt man so auch immer engeren Kontakt zur Influencerin Loulu, der Titelfigur des Spiels: eine blonde junge Frau, die Backvideos postet und zunächst harmlos und modern wirkt, aber zunehmend mit antifeministischen Inhalten auffällt. Die Aufgabe von Loulu sei, mit vermeintlich harmlosen Videos die breite Masse zu erreichen.


Baukasten für rechte Influencerinnen


Je weiter das Spiel fortschreite, desto mehr erfahre man über die Strategien der rechten Influencerinnen, berichtet unsere Rezensentin: So erklärten sich diese selbst zum Opfer, erschafften Feindbilder und benutzten Witz und Ironie, um nahbar und normal zu wirken. Auf diese Weise wird in „Loulu“ allerdings auch ein Baukasten für rechte Influencerinnen beschrieben – und in den fiktiven Videos werden rechte Narrative verbreitet. Den Macherinnen und Macher des Spiels seien die damit verbundenen Gefahren sehr bewusst, sagt Joselewitsch. Innerhalb des Spiels würden den rechten Inhalten deshalb aufklärende Posts entgegengesetzt. Zudem kann man laut onlinetheater.live keine Screenshots machen, um die Inhalte nicht außerhalb des Kontextes zeigen zu können.

Ein Trainingslager für jene jungen Mitmenschen, die der unterstellten Raffinesse der rechtsradikalen Influencerinnen im öffentlich verfügbaren Raum von Instagram, eventuell auch bei Facebook, Telegram, WhatApp, Twitter und so weiter und so fort erliegen könnten und als ausgeweidete Rechte-Influencerinnen-Gruppen-Opfer hilflos vor sich hin vegetieren würden?

Die Zeit bis zum Videoende bei Minute 5:31 befüllt die Off-Stimme im Video mit den flatterigen Begriffen Beauty-Content, Flechtfrisuren, Sommerkleider, subtil eingeflossenen Rassismen, der idealisierten weißen Familien sowie dem Schlussakkord, der da trompetig vor sich hin wummelt: Irgendwann bist drin im rechten Netzwerk. 

Wie jetzt? Und dann? Hölle, Fackeln, Marterungen, was genau passiert denn dann im rechten Netzwerk? Vieldeutig schmunzelnd ist dieser Capriccio-Beitrag abgesoffen. Blubb. Das recherchierte Capriccio-Video ist zu Ende. Schluss. Puffelpiffelpaffel. Schluss. Und jetzt? Ach so: Selbstverständlich App downloaden. Geschützten Erfahrungsraum erforschen. Keine Sorge. Im geschützten Erfahrungsraum wohnen natürlich die Guten. Im geschützten Erfahrungsraum lernst du einmalige Muster zur geflissentlichen Wiedererkennung bei Instagram oder pauschal im sogenannten "Internet". Ob diese Muster morgen mittag oder in einem Jahr noch gültig sind? Das bezweifle ich.

Der Beitrag des Rechercheteams hat mich nicht überzeugt. Für mich eine lieblos-peinliche Null-Modellierung zur Ermittlung von Nazi-Mädel-Umnetzungen. Schnell zusammengeklickt. Aus die Maus. Geschwalle drumherum. Soziotexte zum Aufpimpen. Fertig ist die Laube. Der Beitrag eignet sich für diskursiv ausgerichtete und fachlich begleitete Unterrichtseinheiten in Schulen mit qualifizierten und aufgeschlossenen Lehrkräften, aber keinesfalls zum unreflektierten Konsumieren im öffentlich-rechtlichen Bereich für heranwachsende Mitmenschen. Ich gehe soweit und behaupte, dass dieser Beitrag derart polarisierend-mies aufbereitet ist, dass er keinesfalls die Mindestvorgaben für ausgewogene Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Funkwesen abdeckt.Aber derlei beobachte ich immer öfter: Der öffentlich-rechtliche Komplex verhält sich gerne und immer öfter nach den ihm nicht zustehenden Pressegesetzen und nicht nach den Vorgaben, die im Betriebsstammbuch für die Erfüllung des gesellschaftlichen Gesamtauftrages hinterlegt sind. Die Tagesschau kann ich mir nicht mehr entspannt angucken. Ständig frage ich mich, welche Informationen bewusst nicht übermittelt werden an den zahlenden Zuschauer. Ich komme aus dem ständigen Hinterfragen nicht mehr heraus. Gott sei Dank bin ich nicht alleine mit dieser Unsicherheit.

Ich lehne die Aktivitäten der Amadeu Antonio Stiftung grundsätzlich ab. Ich befürchte und orakle schon seit geraumer Zeit, dass anderweitig nicht unterzubringende Mitmenschen eine gesellschaftliche Erscheinung ( hier: Rechtsextremismus ) hegen und pflegen wie den legendenumwobenen Sauerteig. Auf dass immer wieder neues Brot gebacken werden kann. Pardon, auf den aktuellen Kontext bezogen, dass rechtsgesonnenes Milieu durch Personal der Amadeu Antonio Stiftung oder den Hilfsgesellen aus den Belltower-Gefilden mit aufgesetzter linker Augenklappe und abgedichtetem linkem Ohr hyperhysterisch sowie  überdimensional herausgestellt und als lodernde Gefahr für alle Bürger in diesem Land gedeutet werden kann.

Am Ende des Videobeitrags von Capriccio erschien endlich der Beitrag über Heinz Strunk. Ein abgedrehter Typ.

Ein paar Minuten nach dem Ende der Sendung von Capriccio traf mich der Erinnerungsblitz. Schlagartig erinnerte ich mich an Franz Josef Degenhardt. Anno dunnemals im Deutsch-Unterricht auf einem badischen Gymnasium Pflichtlektüre für Gymnasiasten. Vor und zurück. Hoch und runter: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern. Text: Franz Josef Degenhardt, entnommen von hier. Erschienen ist der Text im Jahr 1965. Es hat sich nichts geändert. Schmuddelkinder werden beliebig definiert und dann hin und her geschoben. Ganz im flutenden Zeitgeist. Schmuddelkinderdefinitionen: Heute rechts. Morgen immer noch nicht links. Übermorgen dick. Überübermorgen Bulimiker mit einer Augenbinde. Überüberübermorgen fleißige Malocher ohne Parteibuch der grünen Partei. Heute aktuell: Nicht geimpfte Bürger. Schon immer präsent, aber leider nicht ausreichend dargestellt für meinen Geschmack: Politisch aalglatte Nutznießer. Auf zu den Schmuddelkindern.

 

 

 

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern,
sing nicht ihre Lieder.
Geh doch in die Oberstadt,
mach's wie deine Brüder.

So sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor.
Er schlich aber immer wieder durch das Gartentor
und in die Kaninchenställe,
wo sie Sechsundsechzig spielten
um Tabak und Rattenfelle,
Mädchen unter Röcke schielten,
wo auf alten Bretterkisten
Katzen in der Sonne dösten,
wo man, wenn der Regen rauschte,
Engelbert, dem Blöden, lauschte,
der auf einen Haarkamm biß,
Rattenfängerlieder blies.
Abends, am Familientisch, nach dem Gebet zum Mahl,
hieß es dann: Du riechst schon wieder nach Kaninchenstall.

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern,
sing nicht ihre Lieder.
Geh doch in die Oberstadt,
mach's wie deine Brüder.

Sie trieben ihn in eine Schule in der Oberstadt,
kämmten ihm die Haare und die krause Sprache glatt.
Lernte Rumpf und Wörter beugen.
Und statt Rattenfängerweisen
mußte er das Largo geigen
und vor dürren Tantengreisen
unter roten Rattenwimpern
par coeur Kinderszenen klimpern
und, verklemmt in Viererreihen,
Knochen morsch und morscher schreien,
zwischen Fahnen aufgestellt brüllen, daß man Freundschaft hält.
Schlich er manchmal abends zum Kaninchenstall davon,
hockten da die Schmuddelkinder, sangen voller Hohn:

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern,
sing nicht ihre Lieder.
Geh doch in die Oberstadt,
mach's wie deine Brüder.

Aus Rache ist er reich geworden. In der Oberstadt
hat er sich ein Haus gebaut, nahm jeden Tag ein Bad.
Roch, wie bessre Leute riechen,
lachte fett, wenn alle Ratten
ängstlich in die Gullys wichen,
weil sie ihn gerochen hatten.
Und Kaninchenställe riß er
ab. An ihre Stelle ließ er
Gärten für die Kinder bauen.
Liebte hochgestellte Frauen, schnelle Wagen und Musik,
blond und laut und honigdick.
Kam sein Sohn, der Nägelbeißer, abends spät zum Mahl,
roch er an ihm, schlug ihn, schrie: Stinkst nach Kaninchenstall.

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern,
sing nicht ihre Lieder.
Geh doch in die Oberstadt,
mach's wie deine Brüder.

Und eines Tages hat er eine Kurve glatt verfehlt.
Man hat ihn aus einem Ei von Schrott herausgepellt.
Als er später durch die Straßen
hinkte, sah man ihn an Tagen
auf 'nem Haarkamm Lieder blasen,
Rattenfell am Kragen tragen.
Hinkte hüpfend hinter Kindern,
wollte sie am Schulgang hindern
und schlich um Kaninchenställe.
Eines Tags in aller Helle
hat er dann ein Kind betört
und in einen Stall gezerrt.
Seine Leiche fand man, die im Rattenteich rumschwamm.
Drum herum die Schmuddelkinder bliesen auf dem Kamm:

Spiel nicht mit den Schmuddelkindem,
sing nicht ihre Lieder.
Geh doch in die Oberstadt,
mach's wie deine Brüder!

 

 

 

Huch. Es ist so still geworden. Finden Sie das nicht auch höchst beunruhigend? Es ist soooooooo still geworden. Den Download der App Loulu haben die Anbieter sehr unterschiedlich gehandhabt. Während die App im AppleStore eine 4+ Markierung hat und demzufolge kein anstößiges Material enthält, wird sie im Android-Store nur für Erwachsene ab 18 Jahren gekennzeichnet.Screenshot 18.11.2021 18Uhr49. 

 

capriccio loulu android 2021

 

Wowh. Fühlen sich die Android-Nutzer verarscht? Ich würde mich mindestens verhohnepiepelt fühlen. Die Loulu-App in der Kategorie Lernen und nur für Erwachsene? Ich rutsche vom Hocker. [Korrektur 22.11.21] Ich konnte nicht vom Hocker rutschen, ich hing während des Capriccio-Beitrages und der nachfolgenden Recherche zu den angebotenen Apps im World-Wide-Web noch in der Sofahängdurch-Körperhaltung herum. Ich rutschte also gaaaaaanz langsam vom Sofa. Fast ohne Bewusstein im Angesicht der Rechercheergebnisse. Aber: Ich landete unverletzt auf dem Parkettboden. [Korrektur]

 

 

 

 

 

 

 

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https://en.wikipedia.org/wiki/RTFM

https://www.dwds.de/wb/vorpolitisch

https://www.youtube.com/watch?v=_de1tdApreY

https://de.wikipedia.org/wiki/Sauerteig

https://de.wikipedia.org/wiki/Honeypot

https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/ringlstetter/index.html

https://www.br.de/br-fernsehen/programmkalender/ausstrahlung-2656074.html

https://www.deutschlandfunkkultur.de/game-loulu-dem-algorithmus-rechte-einstellungen-vorgaukeln-100.html

https://www.deutscher-engagementpreis.de/preiselandschaft/preisdetail/amadeu-antonio-preis/

https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/projekte/amadeu-antonio-preis/

https://www.hebbel-am-ufer.de/programm/hau4/onlinetheater-live-loulu/

https://de.wikipedia.org/wiki/Spiel_nicht_mit_den_Schmuddelkindern

https://www.lyrix.at/t/franz-josef-degenhardt-spiel-nicht-mit-den-schmuddelkindern-7de


Tags: Politwahn, BildungsMurmeln

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